1 Jahr EU-DSGVO – wie geht es weiter?

23 Mai

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Am 25. Mai 2019 ist es genau ein Jahr her seit die europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft getreten ist. Obwohl es mittlerweile auch viel positives Feedback und Lob für die neue Verordnung gibt, herrschen weiterhin sehr ambivalente Meinungen. Die meisten größeren Unternehmen haben die Umsetzung inzwischen geschafft, dennoch bleibt es für viele kleinere und mittelständische Unternehmen ein Kampf.

Bereits vor Einführung der neuen Datenschutzregelung wurde diese häufig kritisiert und sorgte für viel Diskussionsstoff. So fürchteten Unternehmer die Abmahnwellen und den erheblichen Umsetzungsaufwand. Als Resümee lässt sich festhalten, dass die Abmahnwellen sich im letzten Jahr in Grenzen hielten. Zwar steigen die Meldungen über Verstöße bis heute enorm an, jedoch bleiben die vielen Abmahnungen und die hohen angekündigten Geldstrafen bei einem Verstoß größtenteils aus. Die höchste Strafe wurde bisher Google verhängt. Der Konzern wurde zu einer Zahlung von 50 Millionen aufgefordert, ging aber in Berufung. Das Ergebnis steht noch aus.

Die Umsetzung ist den meisten Unternehmen, wenn auch mit viel Aufwand, gelungen. Kleinere Unternehmen kämpfen nach wie vor mit der Umsetzung. Laut Forsa-Umfragen haben bisher nur 16% der deutschen Mittelständler die EU-DSGVO gesetzestreu umgesetzt. Viele der kleineren Unternehmen hielten ihre Computersysteme hinsichtlich des Datenschutzes für ausreichend sicher. Problematisch ist, dass gerade kleinere Unternehmen häufiger, da sie ihre Systeme eben für sicher halten, Datenpannen haben. Laut EU-DSGVO haben diese jedoch nur 72 Stunden Zeit die Verstöße bei den Behörden zu melden, sonst droht eine hohe Strafe.

Trotz erfolgreicher Umsetzung reicht es nicht aus, die Verordnung lediglich einzuhalten. Auch die Mitarbeiter müssen sensibilisiert werden. Genau hier müssen viele Unternehmen noch ansetzen, denn auch wenn man auf Papier der DSGVO entspricht, so ist es unerlässlich die Mitarbeiter aufzuklären. Zum Beispiel sollten Telefonate, welche Firmendaten beinhalten, nicht in der Öffentlichkeit geführt oder keine öffentliche WLAN-Netzwerke genutzt werden. Hier sind bei vielen Unternehmen noch Schulungen und Aufklärung notwendig.

Als Bilanz kann man festhalten, dass viele Befürchtungen hinsichtlich der DSGVO unbegründet waren. Die meisten Unternehmen haben die DSGVO erfolgreich umgesetzt und personenbezogene Daten sind nun besser geschützt. Dennoch hat es sich als problematisch herausgestellt, dass die DSGVO nicht zwischen kleineren Unternehmen und Großkonzernen unterschiedet. Zudem wäre es von Bedeutung die Mitarbeiter hinsichtlich der DSGVO zu schulen, da es hier noch Umsetzungsschwierigkeiten gibt. Spannend bleibt, ob es diesbezüglich noch Anpassungen der Verordnung geben wird, und diese somit praktikabler wird.

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