Angriff von Innen – Wie Unternehmen ihr Geschäftsmodell überarbeiten

13 Jun

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In der Wirtschaft sind disruptive Kräfte mittlerweile überall vorhanden – die Fernsehindustrie wurde stark von Netflix geschwächt, der Einzelhandel verliert durch Anbieter wie Amazon deutlich an Umsatz und Berufsbilder ändern sich maßgeblich. Um sich als Unternehmen dennoch auf dem Markt behaupten zu können, muss vor allem das Geschäftsmodell ständig überarbeitet und angepasst werden. Viele Unternehmen setzen heutzutage immer häufiger auf das hypothetische Angreifen der eigenen Geschäftsmodelle, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn alle Branchen sind mittlerweile von Disruption betroffen.

Ein Geschäftsmodell stellt das Kernelement des Unternehmens dar und beschreibt dessen Funktionsweise. Dies die Grundlage dafür, wie das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet und seine Werte innerhalb der Organisation vermittelt, bildet und erfasst. Durch die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung ist vor allem die Geschäftswelt durch eine enorme Änderungsgeschwindigkeit, einen verstärkten Konkurrenzkampf und letztendlich einer notwendigen Anpassungsfähigkeit geprägt. Da sich das Umfeld des Unternehmens, intern wie extern  in einem ständigen Wandel befindet, muss man auch das Geschäftsmodell ständig analysieren und anpassen. Unternehmen setzen hierzu immer häufiger auf disruptives Angreifen als Methode zur Überprüfung des Geschäftsmodells.

Ziel ist es, das Geschäftsmodell des Unternehmens hypothetisch anzugreifen, damit es  agieren kann, bevor es die Konkurrenz tut. Dann bliebe nämlich nur noch reagieren – eine schlechte Ausgangsbasis! Durch das „Angreifen“ des eigenen Geschäftsmodells – bewusst ohne Schranken- soll das eigene Geschäftsmodell in der Simulation ersetzt, geschmälert  oder auch vernichtet werden. Dabei werden Schwachstellen identifiziert und alles auf den Prüfstand gestellt. Ist der Qualm verzogen, werden gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet und das Geschäftsmodell auf eine neue Ebene gehoben. Ähnlich wie bei herkömmlichen Methoden zur Analyse des Geschäftsmodells werden interne sowie externe Faktoren betrachtet. Zu den internen Faktoren zählen z.B. Kompetenzen, Ressourcen, Innovationsfähigkeit oder auch Mitarbeiter-Skills. Externe Faktoren haben einen Einfluss auf die Positionierung des Unternehmens. Über die Faktoren hat das Unternehmen jedoch meist keinen direkten Einfluss.

Meistens wird der „Angriff“ von einem Dienstleister geplant und in verschiedenen Teamse durchgeführt und ausgewertet. In einem Pitch werden diese dann vorgestellt und das innovativste Konzept erwählt. Auch der Hagebaumarkt hat sein eigenes Geschäftsmodell angegriffen, um es innovativer zu gestalten, da es für die Zukunft so nicht mehr ausreichte. Dabei wurde jede noch so abwegig klingende Idee mit aufgenommen und dann innerhalb eines Pitches überprüft. Seitdem Hagebau sein Geschäftsmodell innovativer gestaltet hat, konnte bereits ein Umsatzplus verzeichnet werden. Innovativ denken ist somit nicht nur ein Muss, sondern sichert zudem einen langfristigen Erfolg.

Lesetipp von Uwe Rühl: Blue Ocean Strategy von W. Chan Kim und Renée A. Mauborgne

Urheberrecht: © Romolo Tavani auf Fotolia.com.

 

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