Cyberattacken auf iranische Raketenkontrollsysteme

25 Jun

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Cyberattacken richten sich nicht nur gegen Unternehmen und Privatpersonen. Selbst in der Politik bzw. in der Weltwirtschaft werden Angriffe in der heutigen Zeit mit Cyberangriffen beantwortet. Ein Bild dazu, wie so etwas aussieht, kann man sich anhand der jüngsten Ereignisse zwischen dem Iran und den USA machen.

Nachdem laut der Washington Post eine amerikanische Aufklärungsdrohne durch den Iran abgeschossen wurde, erwog US-Präsident Donald Trump einen Vergeltungsangriff gegen den Iran. Vor einer Woche hat Trump jedoch getwittert, dass er den ursprünglichen Angriff gegen ausgewählte Ziele im Iran gestoppt hatte. Die Washington Post berichtete daraufhin am vergangenen Freitag, dass er das Land nun mit einem Cyberangriff attackieren will.

Medienberichten der USA zufolge wurden Mitte Juni zwei Tanker in der Straße von Hormus angegriffen. Hierfür macht die US-Regierung den Iran verantwortlich. Laut der amerikanischen Berichterstattung der Washington Post hat in der Nacht vom 20. Juni die iranische Revolutionsgarde eine Überwachungsdrohne der USA abgeschossen. Der Abschuss wurde so begründet, dass diese scheinbar den iranischen Luftraum verletzt hat. Daraufhin forderte Trump zu einem Gegenschlag gegen den Iran auf, welcher am Freitag ausgeführt werden sollte. Wenige Minuten vorher stoppte Trump diesen jedoch, da laut seiner Begründung auf Twitter 150 iranische Tote ein zu hoher Preis im Vergleich zur Attacke des Irans wäre. Dennoch wollten die USA handeln und starteten scheinbar einen Cyberangriff, der jedoch schon länger geplant war. Eine Verteidigungssprecherin des weißen Hauses äußerte sich jedoch nicht zu der Cyberattacke, somit kann man sich nur auf Aussagen der Washington Post, New York Times, CBS News und Associated Press berufen.

Der Cyberangriff soll der Washington Post zufolge das gesamte iranische Raketenstartsystem lahmgelegt haben. Somit könnten Starts von Raketen und Lenkwaffen vermieden werden. Zudem sind die Spionagenetzwerke, welche Schiffe in der Straße von Hormus beobachten, ausgeschaltet worden. Dies war jedoch vermutlich nicht der erste Cyberangriff gegen den Iran. Teheran machte bereits 2010 die USA für den Stuxnet-Computervirus verantwortlich. Dieser infizierte tausende Computer und sorgte dafür, dass die Zentrifugen zur Anreicherung von Uran angehalten wurden.

Es bleibt abzuwarten wie der Iran und die USA jetzt reagieren. Vor allem ist die Reaktion des Irans  auf die mögliche Cyberattacke spannend, da laut dem US-Heimatschutzministerium iranische Hacker das Potenzial haben Computersysteme der USA zu stören oder sogar zu vernichten. Da sich der Konflikt in den letzten Wochen zugespitzt hat, kann man nur hoffen, dass so bald wie möglich eine gemeinsame strategische Linie zur Entspannung gefunden wird.

Urheberrecht: © frank-peters auf Fotolia.com.

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