Das Problem mit der ständigen Erreichbarkeit

16 Jul

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Schaut man sich heutzutage in der U-Bahn, im Restaurant oder sogar bei sich zuhause um, fällt sofort auf: Überall findet man Smartphones. Dieses liegt entweder griffbereit, damit jeder unverzüglich auf seine Nachrichten reagieren kann. Oder der Eigentümer schaut auf den Bildschirm, um eine Nachricht zu lesen und zu beantworten. Dies geschieht übrigens meistens unabhängig davon, ob ihm währenddessen eine reale Person gegenübersitzt. Smartphones lenken uns hierbei nicht nur vom tatsächlichen Geschehen um uns herum ab, sondern sorgen zusätzlich für Dauerstress durch die ständige Erreichbarkeit.

Das Problem ist, dass dies vor allem in jungen Jahren schädlich sein könnte. Zwar kann man die Langzeit Auswirkungen noch nicht nachweisen, da es den extremen Smartphone-Hype erst seit etwa 10 Jahren gibt und damit Langzeitstudien fehlen. Dennoch kann festgehalten werden, dass übermäßiger Medienkonsum einen Einfluss auf unser Gehirn und seine Aktivität hat. So kommen zum Beispiel mehrere Studien zu dem Ergebnis, das eine der Auswirkungen zu einer Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit führt. Im Jahr 2017 wurde eine Studie von Adrian F. Ward veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kam, dass sogar bei reiner Anwesenheit eines Smartphones die Konzentrationsfähigkeit abnimmt.

Smartphones haben zudem häufig einen indirekten Einfluss auf unser Gehirn. Zum Beispiel dann, wenn wir versuchen zu schlafen, stattdessen aber immer wieder auf das Handy schauen, um auch nichts zu verpassen. Oder sogar das Handy während der Nacht nicht stumm zu schalten, damit in Echtzeit Nachrichten beantwortet werden können. Langfristig stört solches Verhalten unseren Schlafrhythmus und somit auch unsere Konzentrationsfähigkeit im Alltag.

Obwohl man sich den Folgen bewusst ist, werden Smartphones immer wichtiger für uns, da es immer mehr Aufgaben übernimmt. Ein einfaches Handy hatte man früher nur zum Telefonieren im Notfall dabei. Heute ist man ohne Smartphone fast aufgeschmissen. Im Handy gibt es mittlerweile einen digitalen Kalender, Überweisungen werden zumeist über das Smartphone getätigt. Aber auch einfache Verabredungen wären ohne fast unmöglich. Kurz vor dem Treffen wird immer noch einmal das Handy geprüft, um zu sehen, ob sich Zeit und Ort doch noch ändern.

Letztendlich übernimmt das Smartphone viele Aufgaben und entlastet uns im Alltag, da man alles wichtige in einem Gerät vereint mit sich trägt. Dennoch sollte man seine eigene Denkleistung auch noch beanspruchen und wissen, wann man auch mal nicht erreichbar sein sollte.

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