Der Brexit – Folgen für die Roaminggebühren

05 Nov

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Boris Johnson, der britische Premierminister, hatte vorhergesagt, dass er Großbritannien bis zum 31. Oktober aus der Europäischen Union führen wird. Nun wurde der Austritt auf den 31. Januar 2020 um ein weiteres Mal verschoben. Ziel der Verschiebung ist es einen No-Deal Brexit, einen Austritt ohne ein Abkommen, zu vermeiden. Aber was bedeutet der Brexit, unabhängig vom Ausgang des Dramas, für Reisende?
Seit 2017 ist es innerhalb der EU der Normalfall keine Zusatzkosten zahlen zu müssen, wenn man das Handy im EU-Ausland nutzt. Was passiert jedoch, wenn Großbritannien aus der europäischen Union austritt? Für Reisende mit deutschem Handyvertrag wird sich nichts ändern. Sie können auch in Zukunft ohne zusätzliche Kosten in Großbritannien telefonieren. Denn die drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber, die Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone erklärten, dass sie auch bei einem No-Deal-Brexit vorerst keine Roaminggebühren verlangen wollen.

Auch Nicht-EU-Mitglieder wie Norwegen, Island sowie Liechtenstein nehmen an der EU-Roaming-Regulierung teil, obwohl diese keine EU-Mitglieder sind. Folglich sehen die Telefonanbieter auch keinen Grund dafür, Großbritannien aus dieser Regelung auszuschließen. In Großbritannien gilt somit zunächst eben diese Regelung. Es sei denn, Großbritannien stoße einen Austritt aus dieser Regelung aktiv an. Dies scheint jedoch in naher Zukunft sehr unwahrscheinlich.

Andere Provider haben bezüglich des Brexits und der Roaminggebühren noch keine Statements abgegeben oder wollen die Rahmenbedingungen für den EU-Austritt von Großbritannien abwarten. Denn falls es zu einem No-Deal-Brexit kommt, hätte dies vielseitige Folgen für Großbritannien. Ein ungeregelter Austritt würde sich auf den Zugang zu vielen EU-Institutionen und Regelungen auswirken. Dies hätte negative Folgen auf die Wirtschaft, Gesellschaft und Versorgung innerhalb des Landes. Aus diesem Grund wollen andere Provider erst den genauen Ausgang abwarten.

Das sind jedoch nicht die einzigen Folgen des Brexits. So gilt die DSGVO in allen EU-Ländern. Wenn Großbritannien aus der EU austritt, kann sich der Geltungsbereich der DSGVO auch ändern. Vor allem wird es bei einem No-Deal Brexit problematisch. Großbritannien würde zum Drittland werden. Das heißt, Unternehmen müssten dann von Verbrauchern aus Europa eine Einwilligung einholen, bevor sie ihre Daten in Großbritannien speichern. Auch die Übermittlung von „deutschen“ Daten nach Großbritannien wäre erst unter Einhaltung geeigneter Garantien, wie z. B. einer Standarddatenschutzklausel, möglich.

Zudem könnten sich die Reisefreimengen ändern, wenn Großbritannien zum Drittland werden würde. Auch der Zoll würde sich bei einem No-Deal Brexit wieder greifen. Hier würden die Regelungen der Welthandelsorganisation wieder gelten und es gäbe somit Zölle zwischen den EU-Ländern und Großbritannien. Da das Widerrufsrecht auf europäischem Recht beruht, würde dieses auch wegfallen. Somit könnte die online bestellte Ware, welche der Person nicht gefällt, nicht mehr so problemlos zurückgeschickt werden.

Alle europäisch geregelten Rechte, können nach Austritt Großbritanniens aus der EU in Frage gestellt werden. Spannend bleibt, wann und wie der Brexit von statten geht. Die Folgen klären sich wohl erst, wenn es endlich soweit ist und ein Deal- oder No-Deal Brexit geregelt ist. Große Veränderungen bleiben wohl hauptsächlich nach einem No-Deal Brexit zu erwarten.

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