Der unrealistische Optimismus des Silicon Valley?

25 Jul

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Wenn das nächste „Big One“ die Region Silicon Valley erschüttert

Zuletzt am 17. Oktober 1989 krachte es richtig in der San Francisco Bay Area; ein Erdbeben der Stärke 6.9 mit einem Epizentrum ca. 100 km südlich der beeindruckenden Stadt kostete 76 Menschenleben, über 3.000 wurden verletzt. Das Beben, das 15 Sekunden dauerte, lies die obere Fahrbahn der Bay-Brücke nach Oakland kollabieren was zu 42 Todesopfern führte.

Im vergangenen Herbst erlebte ich ein Erdbeben der Stärke 7.0 in Tokio und war dabei ca. 200 km vom Epizentrum entfernt. Der Schlaf war abrupt unterbrochen, das Gebäude schaukelte sich gewaltig auf. Solch ein Erlebnis beeindruckt nachhaltig!

Alleine am Tag, als dieser Eintrag entsteht, gab es laut earthquaketrack.com 21 registrierte Beben in den vergangenen 24 Stunden in Kalifornien. Weiterhin knapp 8.000 in den letzten 365 Tagen, das Stärkste mit einer Magnitude von 6.5. Ups, das muss auch schon gut geschüttelt haben!

Ich sitze in Redwood City im Hotel und denke darüber nach, welche bedeutenden Unternehmen in dieser Region ihr Herz und Ihren Hauptsitz haben, hier entstanden sind. Apple gab es 1989 schon, andere der großen Unternehmen noch lange nicht. Die Konzentration von bedeutenden Unternehmen der IT-Branche hier im „Valley“ ist unbeschreiblich. Und das alles in einer Erdbebenregion? In einer Zeit, in der bereits das Gerücht über ein veraltetes Bauteil für das neue iPhone 8 die Aktie von Apple um 4 % drücken kann?

Das letzte größere Beben mit Schäden hier in der Bay Area ist knapp 30 Jahre her, das nächste wird kommen; das ist nur eine Frage der Zeit. Man kann nur hoffen, dass niemand hier am sogenannten „unrealistischen Optimismus“ leidet, einem geläufigen Phänomen Risiken eher bei anderen zu sehen, nicht bei sich selbst. Dieses Phänomen kennen wir vermutlich alle, wenn wir von einer schweren Erkrankung im Bekanntenkreis hören und schnell Argumente bei der Hand haben, weshalb dieser Mensch erkrankt sein muss, man selbst aber nicht „angreifbar“ ist. Man kann auch nur hoffen, dass die „Shareholder“ Nerven aus Stahl haben und beim nächsten „Big One“ nicht gleich den Kopf verlieren. Egal wie hoch der Schaden eines solchen größeren Bebens wohl sein mag, alleine schon die Tatsache der tatsächlichen Verwundbarkeit könnte manchem den Schlaf rauben.

Organizational Resilience ist die Summe der Maßnahmen und Werkzeuge die ein Unternehmen anwendet, um schwierige Umstände zu überleben. Diese Werkzeuge dienen aber auch dazu durch geschicktes Verhalten und einen bewussten Umgang mit Risiken Verwundbarkeiten zu reduzieren, vielleicht sogar Vorteile zu realisieren. Dieser Geist, diese Haltung ist im „Valley“ hoffentlich vorhanden…

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