Dolmetscher – wahre Herausforderung der Digitalisierung?

21 Jun

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Das Buzzword „Digitalisierung“ ist zurzeit in aller Munde. Artikel mit diesem Thema erscheinen fast täglich. Und nach der ersten Welle, in der noch die Begeisterung und die Aufforderung zur Digitalisierung überwog, hat sich nun der Tenor dieser Beiträge etwas verändert. Viele Unternehmen sind eher genervt von der Notwendigkeit zur Digitalisierung.

Diese Reaktion ist sehr gut nachvollziehbar. Denn das Thema mag neu sein, die Notwendigkeit sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen, ist es ganz und gar nicht.
Im Gegenteil: Unternehmen mussten schon immer die sich ihnen bietenden Möglichkeiten nutzen, um am Markt zu überleben oder sogar Vorteile gegenüber Mitbewerbern für sich zu nutzen.

Entsprechend sind viele Unternehmen bereits mittendrin in der „Digitalisierung“.

Die viel interessantere Frage ist: Wie gut erkennen Unternehmen die digitalen Chancen?
Und noch wichtiger: Wie gut sind sie in der Lage, diese Chancen zu nutzen?

In einem Beispiel lässt sich diese Thematik etwas besser beschreiben:

Es gibt zahlreiche Software-Lösungen auf dem Markt, die Unternehmensprozesse und -abläufe erleichtern und effizienter gestalten können. Doch welche wählt man aus? Wer entscheidet das? Die Business-Anwender, die jeden Tag damit arbeiten? Oder die IT-Mitarbeiter, die für die Konfiguration zuständig sind? Vielleicht auch der Chef?

Wichtig sind beide Seiten, doch oft sprechen sie nicht die gleiche Sprache.

Um eine passende Software auszuwählen, ist es notwendig sich im Voraus klarzumachen, was genau gesucht wird. Sind diese Anforderungen einmal festgelegt, fällt es leichter, mehrere Angebote auf einer objektiven Basis zu vergleichen und die beste Lösung auszuwählen.

Dabei sind sowohl Business-Anforderungen, als auch technische Anforderungen zu berücksichtigen. Idealerweise erfolgt die Erstellung dieser Anforderungen in Zusammenarbeit der beiden Parteien. Hier kann es allerdings zu Kommunikationsschwierigkeiten kommen.

Business-Anwender wissen oft nicht, wie sie ihre Anforderungen formulieren sollen und IT-Mitarbeitern fällt es manchmal schwer den Business-Anwendern, die Notwendigkeit bestimmter technischer Anforderungen klar zu machen.

Was hier oft fehlt, ist eine Art Dolmetscher, jemand, der „beide Sprachen spricht“ und die Anforderungen auf einen Nenner bringt. Denn wenn beide Parteien ihr Know How, ihre Erfahrungen und Ideen einbringen, bietet das eine hervorragende Basis, um die ideale Softwarelösung auszuwählen!

Es gibt einige Methoden die das Ermitteln der Anforderungen an eine Software erleichtern, wie z.B. sogenannte Userstories. Sie kommen ursprünglich aus der Softwareentwicklung finden in der Softwareauswahl genauso Anwendung. Mit Hilfe dieser Stories können Anwender ihre Wünsche an die Software formulieren, ohne sich mit technischen Funktionen auskennen zu müssen. So könnte zum Beispiel die Anforderung einer Personalreferentin lauten: „Ich möchte in meiner Rolle als Recruiter wissen, welche Bewerbungsgespräche an welchem Tag anstehen.“ Die Aufgabe des Dolmetschers besteht dann darin, die notwendigen technischen Funktionen einer Software zu ermitteln, um diesen Wunsch zu erfüllen.

Diese Dolmetscher werden erfahrungsgemäß viel zu selten eingesetzt und dieser Umstand von Unternehmen teuer bezahlt. Daher sollten sich Unternehmen überlegen, ob sie hier wirklich sparen wollen und im schlimmsten Fall eine Software doppelt beschaffen.

Urheberrecht Bild: (c) iconimage – Fotolia.com

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