Gab es ein Blackout in Deutschland?

26 Feb

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Plötzlich gingen alle Lichter aus, die Heizungen wurden immer kälter und auch die Telefone funktionierten nicht mehr. Obwohl das deutsche Stromnetz als das sicherste der Welt gilt, erlebten 300.000 Haushalte des Berliner Stadtteils Köpenick einen Stromausfall, der nicht zu enden schien. Erst nach 32 Stunden wurden die Probleme gelöst und Berlin Köpenick wieder an das Stromnetz angeschlossen.

Grund für den ungewöhnlich lang anhaltenden und großflächigen Stromausfall war ein Kabelschaden, der während der Bauarbeiten der Salvador-Allende-Brücke entstand. Das Bauunternehmen durchtrennte während einer Bohrung jegliche 110.000-Volt-Kabel, die normalerweise den Stadtteil Berlin-Köpenick mit Strom versorgen.

Aufgrund des Ausmaßes des Fehlers des Bauunternehmens kommen nun auch viele Probleme und Defizite ans Licht. Denn wie ist es überhaupt möglich, dass ein kleiner Fehler so umfangreiche Folgen hat und wieso gab es keine Ersatzleitungen? Zudem offenbarte die Freiwillige Feuerwehr aus Berlin erhebliche Mängel im Katastrophenschutz. Denn auch die Feuerwehr hatte 32 Stunden keinen Strom. Als sehr problematisch ist hierbei anzusehen, dass die Wache kein eigenes mobiles Notstromaggregat hatte und sich dieses erst besorgen musste. Aber sogar mit dem geliehenen Notstromaggregat von den Wachen im Westteil der Stadt, konnte das Gebäude nur ungenügend mit Strom versorgt werden.

Generell sind die Feuerwehrwachen und ihre Ausstattung sehr veraltet. Eine Woche vor dem Blackout hatte die Feuerwehr angekündigt ihren Katastrophenschutz ab dem 7. März einzustellen, falls es keine Neuerungen gibt. Der Vorfall zeigt, dass an den falschen Stellen gespart wurde, denn hätte der Vorfall nur etwas länger gedauert, wäre die Freiwillige Feuerwehr an ihre Grenzen gestoßen.

Die Stadt Berlin scheint aber auch bei weiteren Maßnahmen des Katastrophenschutzes zu viel gespart zu haben. Krankenwägen, OP-Säle, Betten-Kapazitäten in den Krankenhäusern sowie die Notunterkünfte seien mangelhaft oder fehlen. Im Falle einer Katastrophe müssten 1% der Bevölkerung versorgt werden können. Das sind 37.000 Personen in Berlin. Kapazitäten gibt es jedoch nur für 3500 Personen. Dies ist ein erhebliches Defizit, was an diesem noch harmlosen Vorfall offenbart wurde und auch dringend in Angriff genommen werden muss.

Urheber: (c) scada auf Fotolia.com

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