Hätten Sie es mit BCM verbunden?

18 Sep

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Dieser Tage las ich auf Twitter, dass die Sängerin einer meiner Lieblingsbands die Band ganz überraschend verlassen hat. Gut, in meinem Alter geht davon die Welt nicht mehr unter, aber es ist sehr schade. Eine tolle Stimme, eine tolle Performance auf der Bühne. Klassische Gesangsausbildung, ausgebildete Musical-Darstellerin in einer Metal-Band. Sehr erfolgreich! Die Band war mindestens auf den Spuren von Nightwish unterwegs. Nun die Trennung, plötzlich, unvorhersehbar.

Was war der Grund? BCM! Richtig, Business Continuity Management. Auch eine Band macht Business, muss auf Tour gehen, Konzerte spielen, Tonträger verkaufen oder zumindest Personen für ihre Musik auf Spotify oder sonstigen Streaming-Diensten begeistern. Da die Sängerin über länge Zeit erkrankt war, mussten viele Konzerte im Sommer, auch große Festivals abgesagt werden. Eine mittlere Katastrophe für eine Band, die sich doch weiter entwickeln will, erfolgreicher sein will. Und es war kein Ende der Krankheitsphase abzusehen. Was also macht man als Band? Man sucht -wie im BCM- nach Notfallplänen, zumindest die wichigsten Funktionen aufrecht erhalten. Deshalb entschied man sich, bereits geplante Konzerte im Herbst und Winter mit einer Ersatzsängerin zu spielen. Natürlich ist man sich darüber im Klaren, dass eine Ersatzsängerin nur eine Übergangs-, eine Notfalllösung, sein kann. Man ist in der Lage die Konzerte zu spielen und damit Fans und andere Interessierte an der Musik teilhaben zu lassen und zumindest das nötigste an Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.

Nun aber die überraschende Nachricht der Trennung. Und der Grund ist BCM? Nun, man darf die psychologischen Effekte nicht unterschätzen. Notbetrieb, Ersatzsängerin… Man wird als ein wichtiges „Asset“ ersetzt. Zwar nicht vollwertig, nur temporär, aber dennoch. Und das kann treffen. Das kann vielleicht auch bereits unterschwellig vorhandene Konflikte verstärken und an die Oberfläche bringen. Man merkt, dass es auch ohne einen weiter gehen kann… Ich mutmaße hier nur über die echten Gründe, denn man kann in die echten Beweggründe eines Menschen natürlich nicht eintauchen.

Aber wir können für unser BCM daraus lernen: Menschen haben Befindlichkeiten. Im BCM sprechen wir über „Assets“, „Ressourcen“, aber noch viel mehr mit und über Menschen. Ihre Rolle im Unternehmen, ihre (Un)-Entbehrlichkeit, über Ersatz und Notfallplan. Das kann im schlimmsten Fall auch mal dazu führen, dass Konflikte und Unzufriedenheiten nach oben gespült werden. Auch wenn man als BCM-Verantwortlicher doch eigentlich nur das „Gute“, das Überleben des Unternehmens, der Organisation, im Blick hat. Lernen wir daraus und wünschen wir Sängerin und Band viel Glück auf den künftig getrennten Wegen. Und uns als BCM-Verantwortlichen ein gutes Gespür für diese menschlichen Momente im ach so analytischen BCM.

Uwe Rühl

Urheberrecht: (c) were – Fotolia.com

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