Ich finde dich – digitale Spuren im Netz

30 Jul

  • in ISMS
  • von
  • 0

Im Internet hinterlässt man Unmengen an digitalen Spuren. Um zum Beispiel Nutzungsverhalten auszuwerten oder auch Informationen für die passende Werbung zu sammeln, werden Daten über den Standort, die Gerätenutzung, den Familienstatus, das Alter und das Geschlecht legal gesammelt. Zumeist gibt man eine Zustimmung bei dem ersten Websitebesuch ab, dass diese die Daten erheben dürfen und diese anonymisiert nutzen. Eine aktuelle Studie in der Nature Communications kommt jetzt jedoch zu dem Ergebnis, dass die Datensammlung gar nicht so anonymisiert ist, wie man denkt.  Denn bei ca. 81% der Fälle konnten Personen in einer anonymisierten Datenbank korrekt wiedergefunden werden.

Wie anonym unsere Daten wirklich sind

Obwohl die Daten anonymisiert gespeichert werden, ist es erschreckend einfach wie genau die Daten einer Person zugeordnet werden können. Denn trotz der Anonymisierung kann man z. B. anhand des Geburtsdatums und eines kleinen weiteren Details wie „Tierbesitzer“, „Schwangerschaft“ oder Suche nach „Autowerkstatt in der Nähe“, die Person leicht auffinden. Dies ist den meisten Personen zwar bei bestimmten Daten wie „Bestellung eines Rasenmähers“ unwichtig, werden aber zusätzlich Daten über die sexuelle Orientierung oder der Steuererklärung gespeichert, sieht es schon anders aus. Denn dies sind Daten, die ungern an die Öffentlichkeit geraten sollten.

Unabhängig davon, wie man seine Geräte im Hinblick auf den Datenschutz gesichert hat, die besuchten Websites können trotzdem Daten sammeln. Das fängt zum Beispiel damit an, dass man direkt beim Klick auf die Website seine IP-Adresse verrät. Somit gibt man bereits Informationen über den ungefähren Standort preis. Zusätzlich trackt die Website, welchen Browser Sie verwenden, welches Betriebssystem genutzt wird, welche Plugins installiert wurden und welche Browseraktionen sie ausüben.

Die meisten Websites verwenden Cookies. Diese speichern beim ersten Besuch die benötigten Daten auf der Festplatte ab. Danach können sie den Nutzer bei jedem Besuch wiedererkennen, um somit Anpassung hinsichtlich der Präferenzen des Nutzers vornehmen. Zudem kann dadurch das Surfverhalten über mehrere Websites getrackt werden, um letztendlich maßgeschneiderte Anzeigen zu platzieren. Diese sollten nach jedem Websitebesuch gelöscht werden.

Ab 2020 soll eine neue Methode der „differenzielle Datenschutz“ in einem großen Test überprüft werden. Dieser soll die Daten tatsächlich anonymisieren und dafür sorgen, dass man Personen nicht durch die Daten auffinden kann. Das komplexe mathematische Modell sorgt dafür, dass Daten über Benutzergewohnheiten gesammelt und trotzdem die Identität einer Person gewahrt werden können. Bis dahin sollte man aber auf jeden Fall nach jedem Websitebesuch seine Cookies löschen, denn somit spart man sich zusätzlich lästige Werbung.

Urheberrecht: © ra2-studio auf Fotolia.com.

Share on Xing
0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.