Kleiner Klick, große Folgen – Bildrechte in den sozialen Medien

17 Jun

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Täglich werden auf Instagram 80 Millionen Fotos veröffentlicht. Haben die Personen jedoch bei allen Bildern vorher die Bildrechte abgeklärt? Wenn nicht, könnte es teuer werden.  Denn bevor man Bilder von Dritten hochlädt, muss man eine Genehmigung dieser Person einholen. Wenn dies nicht geschieht, drohen seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Strafen in Höhe von 50.000 Euro. Auch die Urheberrechtsreform hat zur Folge, dass es strengere Regelungen bei der Nutzung von urheberrechtlich geschützter Schöpfung Dritter gibt. Vor allem Artikel 13 stellt ein Problem dar, da seit der Reform teure Uploadfilter programmiert werden müssen. Bei Verletzung der Urheberrechtsverordnung gibt es drei verschiedene Arten zur Schadensersatzermittlung: Entgangener Gewinn, Verletzergewinn und Lizenzanalogie. Obwohl Privatpersonen häufig mit einer Verwarnung davonkommen, werden Unternehmen zumeist sofort Bußgelder auferlegt.

Aber was ist überhaupt erlaubt? Jedes Bild, was von einer Person hochgeladen wird, enthält personenbezogene Daten (sogenannte Biometrische Daten). Somit muss für jedes Bild, was in den sozialen Netzwerken gepostet wird eine eindeutige Einwilligung eingeholt werden, auch wenn man den Namen der Person nicht dazu veröffentlicht. Hierbei gelten nur Ausnahmen für Prominente, sowie für Aufnahmen von Personen an öffentlichen Orten. Bei Kindern unter 14 Jahren ist zusätzlich die Einwilligung beider Elternteile einzuholen. Zudem kann man seine Einwilligungen jederzeit widerrufen.

Welche Fehler werden häufig gemacht? Häufig sehen Unternehmen gute Bilder im Netz und posten diese dann auf ihrer Unternehmensseite, Facebook oder anderen sozialen Medien. Dies wäre aber eine Nutzung von fremdem Bildmaterial ohne Bildlizenz (Urhebergesetz § 2 Abs. 1 Nr. 4 und 5, § 72, § 19). Somit muss immer zuerst in den Nutzungsvereinbarungen und der Bildlizenz des Anbieters nachgesehen werden, wie die Rechte für die sozialen Netzwerke sind. Ein weiterer Fehler ist, falls man das Bild eines Anbieters nicht nutzen kann, selbst Bilder aufzunehmen und nachzustellen. Hierbei muss aber, vor allem wenn die eigenen Mitarbeiter darauf abgebildet sind, eine schriftliche Einwilligung vorliegen (Kunsturhebergesetz § 22 und § 23). Außerdem gilt dies auch für Bilder von Grundstücken. Denn auch hier muss man vor dem Posten eine Einwilligung von dem „Hausherrn“ einholen.

Regelt das Kunsturhebergesetzt (KUG) oder das neue Datenschutzrecht die Veröffentlichung von Bildern?  Bislang regelte das KUG (vor allem § 22, 23) die Veröffentlichung von Fotos. Dabei ist vor allem § 23 von großem Interesse, da dieser aussagt, dass eine Einwilligung der fotografierten Person eingeholt werden muss, wenn es deren Interessen verletzt. Die DSGVO spricht sich diesbezüglich strenger aus, da dies eine eindeutige Einwilligungserklärung fordert. Laut KUG darf eine Einwilligung nur unter besonderen Umständen widerrufen werden, im Datenschutzrecht jederzeit. Es herrschen viele Unklarheiten darüber, welches Gesetz nun gilt. Wenn man jedoch eine hohe Geldstrafe vermeiden will, sollte man sich auf jeden Fall an die DSGVO halten.

Weiterer Lesetipp zum Veröffentlichen von Bildern von Kindern: https://www.nordbayern.de/1.9007731.

Urheberrecht: © Brad-Pict auf Fotolia.com.

 

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