Kommunikation

21 Apr

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In Zeiten einer weltweiten Virusinfektion steht das Thema Gesundheit auch im Mittelpunkt unserer Pandemieplanung und der damit verbundenen täglichen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse.

Hierbei gilt es nicht nur die Aspekte der körperlichen Gesundheit sowie die damit verbundenen Maßnahmen, wie z.B. Hygiene, Social Distancing etc., im Blick zu haben. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Erhalt der mentalen, der psychischen Gesundheit. Die Belastungen durch verringerte berufliche und private Sozialkontakte können für manche Menschen durchaus erheblich sein. Insbesondere dann, wenn sie sich in Quarantäne befinden und dazu ggfs. noch alleine im häuslichen Umfeld sind.

Ängste und Sorgen unterschiedlichster Art können Menschen in dieser Situation schwer belasten. Dies gilt gleichermaßen für Familie und Freunde aber auch für unsere Kollegen. Die richtige Kommunikation hilft uns gemeinsam durch diese schwierige und an manchen Tagen unsichere Zeit hindurch zu finden und am Ende sogar gestärkt aus ihr hervor zugehen, ganz im Sinne von #surviveANDprosper!

Unsere Expertin, Stephanie Lepski (MA Wirtschaftspsychologie, Leadership und Management und BA Kommunikations- und Kulturwissenschaften), gibt Ihnen heute einige Tipps, was Sie tun können, um mit der richtigen Kommunikation sowohl die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu erhalten, als auch durch die Krise zu navigieren und gestärkt aus ihr hervor zu gehen.

Zuerst eine Maßnahme, die Sie immer beherzigen sollten: Für Unternehmen hat bei definitivem Krisenausbruch, wie der Corona-Pandemie, nicht das “Gewinnen“ und das “sauber Dastehen wollen“ die höchste Bedeutung, sondern die Vertrauenswürdigkeit und die Tatsache, dass Sie ehrlich bemüht und betroffen auftreten, damit diese außeralltägliche Situation schnellstmöglich in den Alltag zurückgeführt wird (Reineke, 1997).

Denken Sie immer daran: Man kann nicht nicht kommunizieren (Paul Watzlawik). Alles was Sie sagen, tun oder machen oder auch nicht sagen, tun oder machen hat eine Auswirkung auf die Menschen in Ihrem Unternehmen.

Nutzen Sie die Kommunikation im Unternehmen nach Innen, um sicherzustellen, dass Ihre Mitarbeiter jeder Zeit angemessen über die aktuelle Situation zum „Corona Virus“ und zur Lage des Unternehmens informiert sind. Nutzen Sie hierfür zuverlässige Quellen und kommunizieren Sie über die internen Kanäle (Unternehmensnewsletter, Intranet, Flyer usw.) auf denen regelmäßig Informationen veröffentlicht werden.

Achten Sie darauf, dass auch Mitarbeiter im Homeoffice oder in häuslicher Quarantäne Zugriff auf diese Informationen haben. Sie wirken somit dem Flurfunk entgegen und vermeiden Gerüchte. Bleiben Sie hierbei bitte stets bei der Wahrheit und beteiligen Sie sich nicht an Spekulationen.

Neben fundierten Inhalten ist natürlich die Art der Kommunikation entscheidend, um Vertrauen und Zuverlässigkeit zu vermitteln. In stressigen, schnelllebigen Zeiten schaffen wir durch die modernen Kommunikationsmittel häufig eine Distanz zwischen Sender und Empfänger und bedenken Sie immer die vier Seiten einer Nachricht von Friedemann Schulz von Thun (https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-kommunikationsquadrat)

Dies führt schon im „Normalbetrieb“ oft genug zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen. Daher ist gerade in Krisenzeiten eine persönliche und direkte Kommunikation ungemein wichtig. Nutzen Sie diese Art der Kommunikation nicht nur um Inhalte zu adressieren, sondern auch um Rückmeldungen und Stimmungen Ihrer Mitarbeiter aufzunehmen. Achten Sie nicht nur darauf, was Mitarbeiter sagen, sondern auch darauf, wie sie es sagen.

Geben Sie Raum für Fragen und holen Sie sich Ideen und Vorschläge für die Bewältigung von Aufgaben in der Krise von Ihren Mitarbeitern, richten Sie eine Art „Ideen Markt“ ein und nutzen Sie die Schwarmintelligenz Ihres Unternehmens.

Tipps:

  • Steuern Sie dem „Verlauf der Krise“ mit dem „Fluss der Ideen“ entgegen
  • Bilden Sie (virtuelle) Arbeitsgruppen, um Ideen zu bewerten und Maßnahmen zur Umsetzung zu definieren
  • Vernetzen Sie sich mit Partnern des Unternehmens und stimmen Sie Ideen und Maßnahmen ab
  • Haben Sie den Mut neue, außergewöhnliche Wege in der Kommunikation zu gehen

Nochmals schärfen möchten wir an dieser Stelle Ihren Blick für die Kollegen*innen, die sich in Quarantäne befinden, da hier die psychische Gesundheit und ggfs. auch die Arbeitskraft unterstützt werden kann.

Halten Sie den sozialen Kontakt und beruflichen Informationsfluss aufrecht! Dies kann z.B. durch sogenannte „Flu Buddies“ erfolgen, also Kollegen*innen, die in Kontakt bleiben und Unterstützung anbieten.

Literaturhinweis: Reineke, W., (1997): Krisenmanagement: richtiger Umgang mit den Medien in Krisensituationen: Ursachen, Verhalten, Strategien, Techniken: ein Leitfaden. 1. Aufl. Essen: Stamm

Halten Sie aktiv die Mannschaft zusammen und fördern Sie Kommunikation und den Austausch von Erfahrungen!

 

BMI-Leitfaden Krisenkommunikation

 

Unternehmerische Resilienz

 

Urheber: jirkaejc Getty Image Pro auf Canva

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