Künstliche Intelligenz – KI

04 Mrz

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Künstliche Intelligenz – auch KI, bzw. AI (artificial intelligence) genannt, befindet sich heute in „aller Munde“.

Vor allem in der Science Fiction begegnete uns bisher der Begriff „künstliche Intelligenz“ und meint zumeist Roboter oder Computer, die selbstständig denken und handeln können. Ob im Guten, wie der Android „Data“ aus „Star Trek“ oder im Bösen wie der Computer HAL aus dem Film „2001: Odyssee im Weltraum“. Aber die Filmbranche beschäftigte sich schon viel früher mit KI. So wurde bereits 1927 der Stummfilm Metropolis in die Kinos gebracht, indem ein Roboter mit künstlicher Intelligenz eine Arbeiterrevolte verhindern soll.

Wenn wir heute von KI sprechen, hat das wenig mit dem oben Genannten aus Filmen und auch Büchern zu tun. In unserem täglichen Leben begegnet uns KI meist nur versteckt, z.B. wenn wir auf Online-Kauf-Plattformen Produktempfehlungen erhalten, auf Social Media Personen auf Fotos automatisch erkannt und zum Markieren vorgeschlagen werden oder wir mit Sprachassistenten auf unserem Smartphone oder zu Hause plaudern.

 

Was ist also Künstliche Intelligenz – eine KI?

Wikipedia nennt sie „ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst.

Eine allgemeingültige Definition Künstlicher Intelligenz gibt es derzeit nicht. Das liegt daran, dass es für den Begriff Intelligenz keine eindeutige Definition gibt. Aber nähern wir uns dem Begriff mittels der Erklärung der WFB einmal an.
So wird gerne zwischen starker und schwacher KI unterschieden. Mit starker KI meinen wir das, was wir aus Science Fiction kennen, eine Maschine, die generell Probleme lösen kann (z.B. jede Frage, die man ihr stellt). Dies ist momentan reine Fantasie und wird es noch geraume Zeit bleiben. Mit schwacher KI haben wir es hingegen bereits in unserem Alltag zu tun, Algorithmen, die spezielle Fragen beantworten können, deren Lösungswege sie vorher selbständig erlernt hat.

 

 

Was unterscheidet nun KI von einem (einfachen) Programm?

Ein Programm besteht aus einem Satz komplexer Anweisungen in einer beliebigen „Programmier-Sprache“, so entsteht der Code – ein regelbasiertes System.

Bei einer künstlichen Intelligenz schreibt der Programmierer einen Algorithmus, der selbstständig in der Lage ist, notwendige Programm-Schritte (Code) zu erstellen. Dies ist notwendig, weil bestimmte Probleme so kompliziert sind, dass es unmöglich ist, dafür einen Code zu schreiben.
Ein Beispiel dafür ist etwa die Bilderkennung, die in sozialen Medien benutzt wird. Niemand kann solch einen Satz an Anweisungen schreiben, der immer erkennt, wie jemand aussieht, ganz gleich, ob das Foto nachts, am Strand oder im Auto aufgenommen wurde. In einem regelbasiertem System wäre das vollkommen unmöglich, denn dazu müssten alle Fälle im Vornherein bekannt und mühsam eingegeben worden sein. Eine KI kennt auch nicht jedes Bild von jemanden, aber sie kann aus einer Anzahl an vorhandenen Bildern lernen, wie jemand aussieht und diese Regel dann auf neue Bilder übertragen und jemanden erkennen. Eine KI ist also in der Lage, mit bisher unbekannten Daten umzugehen, Muster zu finden oder Handlungen daraus abzuleiten.
Sie lernt eigenständig aus den ihr vorliegenden Daten, Was sie lernt, wird dabei aber vom Menschen vorherbestimmt, indem dieser die KI designt. Dadurch sind diese Algorithmen (KI) mächtiger als regelbasierte Systeme (Programme), da sie auf bisher unbekannte Situationen reagieren und aus Erfahrung lernen können.

Die Einsatzmöglichkeiten von KI-Systemen sind gigantisch, da KI in der Lage ist, Informationen aus Daten zu ziehen, die ein Mensch niemals erfassen könnte (z.B. zu zahlreich, zu komplexe Muster etc.).
Stellen Sie sich vor, Youtube-Mitarbeitende müssten jedes hochgeladene Video manuell ansehen und überprüfen, ob es verbotene oder geklaute Inhalte enthält. Jede Minute werden 400 Stunden Material auf die Plattform geladen. Der Konzern bräuchte allein 72.000 Mitarbeiter, die 8 Stunden am Tag pausenlos Videos schauen, um mit dem Sichten hinterherzukommen!
Eine KI schafft das während des Uploadvorgangs, quasi in Echtzeit.

ABER ein genereller Problemlöser ist KI (zumindest noch) nicht. Sie kann zwar Daten ungeheuer gut verarbeiten und Muster erkennen, aber verstehen kann sie sie nicht. Die künstliche Intelligenz besitzt keinen Verstand. Wenn sie, aufgrund von unzureichenden Daten oder schlechter Programmierung, zu falschen Schlüssen kommt, erkennt sie dies nicht. Sie kann nur Antworten auf die Fragen geben, für die sie programmiert wurde.

 

KI im Alltag

Sie hat längst Einzug in unserem Alltag gehalten. Die Gesichtserkennung auf Sozialen Netzwerken ist ein Beispiel. Ein anderes sind Sprachassistenten, wie Siri, Alexa und Co. Übersetzer können unsere Worte in Sekundenschnelle beinahe perfekt in andere Sprachen übertragen. Beim täglichen Surfen im Internet wird für uns passende Werbung von künstlichen Intelligenzen ausgewählt, basierend auf unseren Interessen und Aktivitäten. Aber auch abseits der Online-Welt finden wir KI in unserem Alltag. So reinigen Staubsaugerroboter unsere Böden, und nutzen dabei Algorithmen, um ihre Umgebung zu erkennen. Navigationssysteme finden für uns den optimalen Weg.

Den größten Fortschritt machen im Moment autonome Fahrzeuge, die Millionen von Test-Kilometern auf Straßen sammeln, auch wenn sie vermutlich noch Jahre von einem breiten Einsatz entfernt sind.

 

Künstliche Intelligenz und der Mensch

Wie meistens schürt Neues bzw. Unbekanntes, so auch KI, Ängste, z.B. um den Arbeitsplatz. Eine bitkom-Umfrage zeichnet ein geteiltes Bild: 62 Prozent der Deutschen halten KI vor allem für eine Chance, 35 Prozent für eine Gefahr.
Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. KI wird zweifellos Arbeitskraft vom Menschen übernehmen und wenn sie es tut, dann wird für diese eine Aufgabe kein Mensch mehr benötigt. Gleichzeitig werden aber neue Jobs entstehen, welche durch die innovativen KI-Geschäftsmodelle getragen werden.

KIs sind vom Menschen gemacht und unterliegen damit einem natürlichen Problem: Eine Intelligenz, die den Menschen nachahmt, ist auch seinen geistigen Beschränkungen unterworfen. Eine davon ist Bias, englisch für Befangenheit.
So entwickelten z.B. Experten von Amazon 2014 eine KI zur automatisierten Bearbeitung von Bewerbungsunterlagen. Als Trainingsgrundlage für die KI nutzten sie Bewerbungen aus den vergangenen zehn Jahren. Allerdings wählte der Algorithmus unter den neuen Bewerbungen nur noch diejenigen von Männern aus. Der Grund lag daran, dass unter den früher Eingestellten überdurchschnittlich viele Männer, wie früher in der IT-Branche üblich, waren. Die KI erstellte daraus die Regel: „Nur noch Männer einstellen“. Der Fehler lag in der Auswahl und Vorbereitung der Daten. Amazon verwarf das Experiment schlussendlich. Bewerbungen wurden weiterhin manuell durchsucht.

Das Beispiel zeigt, dass der Mensch beim Design einer künstlichen Intelligenz großen Wert und eine hohe Sorgfalt bei der Auswahl repräsentativer Daten legen muss. Letztlich wird jede KI von einem Menschen programmiert und wo unsere Intelligenz anfängt und endet, wissen wir.

 

KI in Deutschland

Künstliche Intelligenz (KI) und lernende Systeme können das Leben vieler Menschen verbessern, wenn sie richtig eingesetzt werden. Umfassende Forschung ist dabei wichtiger denn je, um technische Entwicklungen auch aus ethischer, sozialer und rechtlicher Perspektive verstehen zu können. Dazu hat das Bundeskabinett am 15. November 2018 die Strategie Künstliche Intelligenz (KI-Strategie) der Bundesregierung beschlossen. Diese versteht sich als Handlungsrahmen für die kommenden Jahre und ist Teil der Umsetzungsstrategie Digitalisierung.

Die KI-Strategie verfolgt drei wesentliche Ziele:

  • Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien zu machen und die künftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern,
  • eine verantwortungsvolle und gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI sicherzustellen, und
  • KI im Rahmen eines breiten gesellschaftlichen Dialogs und einer aktiven politischen Gestaltung ethisch, rechtlich, kulturell und institutionell in die Gesellschaft einzubetten.

Dafür wurde auch das KI-Observatorium durch das Bundeministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen. Hauptziel ist es, die Anwendung Künstlicher Intelligenz im Gesellschafts-, Arbeits- und Wirtschaftsleben zu beobachten, weiterzuentwickeln und Handlungsempfehlungen für ihre Nutzung zu formulieren. Das Observatorium wird einen Beitrag dazu leisten, dass KI in Arbeitswelt und Gesellschaft verantwortungsbewusst eingesetzt wird.

 

Tipp:

Die finnische Regierung hat einen Onlinekurs veröffentlicht, der eine für jedermann verständliche Einführung in die Künstliche Intelligenz bietet. Der Kurs behandelt Grundlagenwissen, zeigt reale Anwendungsbeispiele und befasst sich darüber hinaus mit gesellschaftlichen Fragestellungen. Den Kurs gibt es in zahlreichen Sprachen, kostenlose Anmeldung unter: https://www.elementsofai.de/.

 

 

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https://www.wfb-bremen.de/de/page/stories/digitalisierung-industrie40/was-ist-kuenstliche-intelligenz-definition-ki
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https://www.tubefilter.com/2015/07/26/youtube-400-hours-content-every-minute/
https://www.reuters.com/article/us-amazon-com-jobs-automation-insight/amazon-scraps-secret-ai-recruiting-tool-that-showed-bias-against-women-idUSKCN1MK08G
https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Kuenstliche-Intelligenz-Bundesbuerger-sehen-vor-allem-Chancen
https://www.bmbf.de/de/kuenstliche-intelligenz-5965.html
https://www.ki-strategie-deutschland.de/home.html
https://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/eroeffnung-ki-observatorium.html
https://www.denkfabrik-bmas.de/schwerpunkte/kuenstliche-intelligenz
https://www.elementsofai.de/
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