Mega-Blackout in Südamerika – Ist das auch in Deutschland möglich?

19 Jun

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In einigen Ländern Südamerikas ist es am Sonntag zu massiven Stromausfällen gekommen und somit saßen 48 Millionen Menschen ohne Strom da. Das heißt plötzlich blieben Züge stehen, das komplette Ampelsystem funktionierte nicht mehr, es gab Probleme mit der Wasserversorgung und auch das Zuhause war vom Stromausfall betroffen. Lokale Stromausfälle gibt es zwar aufgrund der Wirtschaftskrise häufiger in Argentinien, jedoch nicht so wie jetzt in den Wintermonaten. Somit sind die Auswirkungen viel tiefgreifender. Man spricht sogar von dem größten Stromausfall der Geschichte. Nun stellen sich viele die Frage: Wäre ein so massiver Stromausfall auch in Deutschland möglich? Und wie sieht diesbezüglich das Krisenmanagement aus?

Generell gilt: Deutschland hat eines der sichersten Stromnetze der Welt. Laut dem aktuellsten Bericht von 2017 beträgt die Zeit des durchschnittlichen Stromausfalls in Deutschland rund 15,4 Minuten im Jahr. Dennoch ist dieser Wert seit 2016 um 2,6 Minuten gestiegen. Laut der Expertenmeinung ist Deutschland außerdem nicht ausreichend auf Mega-Blackouts vorbereitet.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bemängelt vor allen die Notfallplanung bei einem solch großen Stromausfall. Ende 2005 brach das gesamte Stromnetz in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zusammen und sorgte für Chaos. Bis zu 5 Tage saßen 250.000 Menschen ohne Strom. Dieser Stromausfall geschah aufgrund von Störungen durch die Natur, aber auch Hackerangriffe oder andere menschliche Manipulationen können für einen Ausfall sorgen. Vor allem Deutschland ist auf derartige Angriffe nicht vorbereitet, da man sich hierzulande auf Funktionalität und Weiterentwicklung konzentriert.

Außerdem ist das deutsche Stromnetz Teil des europäischen Energieverbundes, was bedeutet, dass ein Blackout nicht an den Grenzen aufhört. Zudem sind die jeweiligen Kommunen für den Katastrophenschutz zuständig, diese sind jedoch bei einem Ausfall vollkommen überfordert. Experten schätzen, dass vor allem die Kommunikationsinfrastruktur bei einem Blackout schneller ausfällt als erwartet. Das heißt kein Internet, kein Mobilfunk oder auch kein Festnetz, somit würde man keine Informationen an die Bevölkerung weitertragen können. Letztendlich wären die Folgen fatal: viele Tote und Verletzte, Lebensmittelknappheit, Zusammenbruch des Gesundheitswesens und der öffentlichen Ordnung usw.

Energieexperten warnen darüber hinaus davor, dass Stromausfälle auch in Deutschland immer wahrscheinlicher werden. Diese meinen auch, dass Mega-Blackouts wahrscheinlich sind. Denn aufgrund der Energiewende und somit des Atom- und Kohleausstiegs könnten in wenigen Jahren nicht mehr genügend Kraftwerkskapazitäten vorhanden sein, um Deutschland mit ausreichend Strom zu versorgen. Zwar haben wir momentan Überkapazitäten an Strom, dennoch werden diese in einigen Jahren abgebaut worden sein und es wird zu einer Unterdeckung kommen.

Wenn Stromausfälle immer wahrscheinlicher werden und man die Folgen kennt, sollte ein Notfallplan schnellstmöglich aufgestellt werden. Denn genau so, wie man in einem Unternehmen Resilienz schaffen will, sollte man auch die Stromnetze resilienter gestalten. Zudem sollte man über ein reines Notfallmanagement hinausgehen – ein Ausfall des Stromnetzes sollte überhaupt nicht erst Auftreten. Denn eines ist sicher: Tritt ein so massiver Blackout in Deutschland auf, dann wären wir nicht ausreichend darauf vorbereitet.

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