Mehr Erfolg, mehr Sicherheit, mehr Qualität

22 Okt

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Wer wünscht sich für sich selbst und sein Unternehmen nicht mehr Gesundheit, mehr Erfolg, mehr Umsatz, zufriedene Mitarbeiter, mehr Sicherheit (auch und vor allem in „Krisenzeiten“)? Aber auch mehr Qualität dürfen wir uns wünschen.
Für uns alle – als Unternehmer*innen, Führungskräfte, Angestellte, Arbeiter*innen, Kunden*innen. Immerhin stellt Qualität oft die Basis für die oben genannte Wünsche dar.

 

Aber wie steigern wir als Unternehmen Qualität? [1]

Indem ein Unternehmen systematisch Risiken und Chancen erkennt, bewertet und sie entsprechend behandelt. Hierzu finden sich Hinweise zur Umsetzung in: ISO 9001, Kapitel 6.1 Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen. Risiken sind nicht gänzlich neu im Qualitätsmanagement – diese fanden sich bereits in den Anforderungen zu Vorbeugungsmaßnahmen. ISO 9001 definiert Risiko als die „Auswirkung von Ungewissheiten auf ein erwartetes Ergebnis.
Neu ist allerdings der Begriff Chancen, auch diese sind zu identifizieren, zu bewerten und (wenn gewünscht und sinnvoll) zu ergreifen. Hilfestellungen zur Konkretisierung des Chancenbegriffs finden sich in Kapitel 0.3.3 und 6.1.2 der Norm.

Es muss nun aber kein umfassendes Risikomanagementsystem (z.B. auf Basis ISO 31000) aufgebaut werden; es werden auch kein formeller Risikomanagementprozess bzw. konkret anzuwendende Methoden zur Risikoermittlung/ -bewertung gefordert.

Gefordert durch ISO 9001 werden:

  • die Identifikation von Risiken und Chancen,
  • die Bewertung der erkannten Risiken und Chancen,
  • die Ableitung von Maßnahmen aus der Bewertung und
  • die Bewertung der Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen.

Den Umfang von Nachweisen, in Form von Dokumentierter Information, zum normkonformen Umgang mit Risiken und Chancen legt jede Organisation individuell für sich selbst fest (siehe hierzu Anhang A4, ISO 9001).

Bei der Identifikation/ Bewertung von Risiken und Chancen sollte die Betrachtung von Anforderungen relevanter interessierter Parteien nicht vergessen werden.

Risiken und Chancen – Kapitel 6 High Level Structure[2]

Die Behandlung von Risiken und Chancen in Kapitel 6 finden wir in allen „modernen“ Normen, die auf der High Level Structure (HLS) aufgebaut sind.

Dazu zählen z.B.:

  • ISO 9001 – Qualitätsmanagement
  • ISO 14001 – Umweltschutz
  • ISO 27001 – Informationssicherheit (die erste Norm in der HLS von 2013)
  • ISO 45001 – Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
  • ISO 50001 – Energiemanagement

Durch die Angleichung der Struktur unterschiedlicher Normen erleichtert sich die Zusammenfassung unterschiedlicher verwendeter Standards zu einem Integrierten Managementsystem; auch können bereits bestehende Verfahren und Prozesse adaptiert werden. Dadurch sinkt der Aufwand für die Einführung einer „Erweiterung“ durch zusätzliche Standards, für den Betrieb des Managementsystems und Doppelarbeiten werden vermieden. Auch können Audits nach unterschiedlichen Norm-Grundlagen gleichzeitig durchgeführt und somit Synergien genutzt werden.

 

 

Mehr Qualität? – nicht nur: „Wir wollen auch besser werden!“[3]

 Wer will es denn nicht? Besser werden …
… im Sport, beruflich, privat oder wo auch immer.
Aber wie werden wir beim Betrieb eines (Qualitäts-)Managementsystems besser?

  

Aus Fehlern lernen

Das Fehler passieren ist nichts neues und grundsätzlich menschlich – nur sollte aus Fehlern auch gelernt werden. Verabschieden wir uns von alten Denkweisen, nutzen wir bereits in der Planung Werkzeuge, wie z.B. die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA). Fehler sollen möglichst nur einmal gemacht werden. Nutzen Sie Ihre gemachten Erfahrungen, teilen Sie diese Beteiligten mit und verbessern Sie dadurch Prozesse, Leistungen und schlussendlich die Kundenzufriedenheit.

 

Betrachtung von Risiken und Chancen

Erkannte Risiken werden minimiert, vermieden oder auch, wenn es notwendig ist bzw. akzeptabel erscheint, durch das Top-Management akzeptiert. Dadurch erreichen wir leichter unsere Ziele und behalten den „Blick nach vorn“.

Identifizierte Chancen nehmen wir wahr, aber nicht unter allen Umständen.
Mit Chancen verbundene Risiken werden ebenfalls behandelt. Wichtig für den richtigen Umgang mit Chancen ist der Weitblick für neue Kunden, Ansätze, Produkte/Dienstleistungen, Prozesse – also die Umsetzung von Verbesserungen.

 

 Verbesserungen umsetzen

Unter einer Verbesserung versteht man prinzipiell die Steigerung einer Leistung (Wir werden besser!).

Nur entstehen Verbesserungen leider nicht von allein, sie müssen durch Maßnahmen gezielt eingeleitet werden. Erreichen kann man Verbesserungen bei Produkten und Dienstleistungen, Prozessen und (Management-)Systemen sowie in der gesamten Organisation. Mögliche Verbesserungen sind z.B.:

  • Reduzierung der Fehleranfälligkeit,
  • Vereinfachung der Bedienbarkeit,
  • Optimierung von Abläufen,
  • Erfüllung von gesetzlichen behördlichen, regulatorischen, kundenbezogenen und eigenen Anforderungen,
  • Optimierung von Schnittstellen und

Bei der Umsetzung unterstützt ein Maßnahmenplan, um nicht den Überblick zu verlieren und vereinfacht zusätzlich die laufende Überwachung des Fortschritts der geplanten Umsetzung. Ist die Verbesserung erfolgreich umgesetzt, ist es sinnvoll, die Verbesserung (also die umgesetzten Maßnahmen und deren Auswirkung) zu bewerten. Im Idealfall zeigen Sie so die positiven Effekte (den generierten Mehrwert) auf, bei einem Misserfolg halten Sie diesen fest und übernehmen ihn in den Bereich „Aus Fehlern lernen“ – und schon landen wir bei einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) bzw. dem PDCA-Zyklus.

 

Risiko-Identifikation, ISO 9001 und SARS-CoV-2[4]

Die aktuelle Corona-Situation hat Auswirkungen auf nahezu alle Unternehmen. Auf einige mehr, auf andere weniger. Für die Mehrzahl sind die Auswirkungen allerdings negativ.

Hätten nun nach ISO 9001 zertifizierte Unternehmen bzw. Unternehmen, die ein etabliertes Risikomanagement, unabhängig von der zugrundeliegenden Norm, betreiben, besser auf Corona vorbereitet sein müssen?
Wie bereits erwähnt fordert Kapitel 6.1 Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen. Viele Unternehmen bestimmen Risiken anhand einer Risikoprioritätszahl, die sich wie folgt zusammensetzt:

Auftretenswahrscheinlichkeit x Fehlerschwere x Entdeckungswahrscheinlichkeit = Risikoprioritätszahl

Dabei werden die Faktoren mit einer Kennzahl von 1-10 bewertet. Das Ergebnis, die Risikoprioritätszahl, liegt somit zwischen 1 und 1.000. Dadurch erhält man einen Wert, der je nach Vorgabe der Organisation, das weitere Vorgehen, also die Risikobehandlung, vorgibt.

Man kann Unternehmen nun kaum eine schlechte Vorbereitung auf diese Situation vorwerfen. Die Wahrscheinlichkeit war so gering, dass selbst, wenn man sich mit dem Thema gedanklich beschäftigt hätte, man nicht zwangsweise wirklich hätte handeln müssen. Es gibt vermutlich auch nicht viele Möglichkeiten, wie man sich auf solch eine Situation hätte vorbereiten können. Vielleicht die Schaffung eines Finanzpolsters in Höhe eines mehrfachen Monatsumsatzes?

 

Wie gehen wir in Zukunft damit um?


Nutzen wir gemachte Erfahrungen und Erkenntnisse, bringen diese in unsere Organisation und unsere Risikobewertung mit ein. Schaffen wir Maßnahmen, um Verbesserungen für unser gesamtes Unternehmen zu erreichen.

Passen wir die Abstände der Reviews vorhandener Pläne sinnvoll an und nehmen neue Informationen in die laufende Betrachtung mit auf.

So schaffen wir Stabilität, erhöhen das Vertrauen bei unseren Kunden*innen und unseren Mitarbeiter*innen in unseren Unternehmen. Wir haben bei Bedarf einen „Plan B“ zur Verfügung und erhalten so unsere Produktion/Dienstleistungsrbringung auch bei widrigen Umständen aufrecht.

 

Zusammengefasst:

Wir haben mehr Qualität!

 

 

Die RUCONs unterstützen Sie bei der Umsetzung!

Experten - Kontakt

 

 

 

 

[1] https://www.dqs.de/blog/qualitaet/risikobasierter-ansatz-in-iso-9001/?utm_campaign=Oktopost-ISO+9001&utm_content=Oktopost-linkedin&utm_medium=social&utm_source=linkedin (letzter Zugriff 16.07.2020, 10:27 Uhr)
[2] https://www.dqs.de/de/audits/die-high-level-structure-im-ueberblick/ (letzter Zugriff 16.07.2020, 11:00 Uhr)
[3] https://www.qualityaustria.com/news/verbesserung-risiko-und-chancen/ (letzter Zugriff 16.07.2020, 11:20 Uhr)
[4] http://blog.dgq.de/haetten-nach-iso-9001-zertifizierte-unternehmen-besser-auf-corona-vorbereitet-sein-muessen/ (letzter Zugriff 16.07.2020, 11:45 Uhr)

 

Bildnachweis: Quality blue arrow tang90246 Getty Images Pro auf Canva

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