ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – TEIL 4 VON UWE RÜHL

15 Mai

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Bounce Forward!

Vergangene Woche haben wir Bounce Back als mögliche Zieldefinition von Organizational Resilience betrachtet. Dabei geht es um eine Rückkehr zu einem gewünschten Ausgangszustand; ein Ziel, das wir vor allem im Notfall- und Disaster-Recovery-Management verfolgen.

In vielen Fällen wird es dieses zurück zum Ausgangszustand aber nicht geben können. Die Gründe sind vielfältig: zum einen, weil die Organisation schlicht nicht zum vorherigen Zustand zurückkehren kann. Ressourcen könnten unwiederbringlich verloren gegangen sein. Oder Rahmenbedingungen haben sich so verändert, dass das Unternehmen sich mit verändern muss, will es überlebensfähig sein.

Andererseits kann die Organisation aber auch bewusst nicht zum vorherigen „Normal“ zurückkehren wollen, da das Unternehmen aktiv lernt und sich anpassen will. Ein Business-Continuity-Management-System nach ISO 22301 ist genau darauf ausgelegt. Ein Unternehmen ist vorbereitet, eine Störung zu überstehen, lernt aber gleichzeitig aus jedem Ereignis dazu; es verbessert damit seine Überlebensfähigkeit.

In der Organizational-Resilience-Forschung wird das Bounce Forward genannt. Das Unternehmen „springt“ also nicht zurück, sondern in einen neuen und wünschenswerten Zustand. Das Unternehmen ist danach besser auf ähnliche Störungen vorbereitet. Dies kann -und sollte- einen positiven Effekt haben, wie Stakeholder-Erwartungen erfüllt werden.

Bounce Forward setzt voraus, dass ein Unternehmen während der Störungs- oder Krisensituation in der Lage ist, einen neuen Ziel-Zustand zu identifizieren und sich bewusst auf diesen hin zu bewegen. Dies bedeutet, einen klaren Kopf zu behalten, Alternativen abzuwägen und die Veränderungen klar zu steuern. Eine Voraussetzung dafür ist, den operativen Betrieb so aufrecht zu erhalten, dass das Unternehmen überlebensfähig bleibt, während zeitgleich die Veränderungen eingeleitet und durchgeführt werden.

Das Unternehmen agiert also zielgerichtet; zumindest soweit das in der jeweiligen Situation möglich ist. Faktoren wie Zeit, Knowledge und Liquidität, sowie Kräfte des Marktes sind starke Einflussfaktoren. In der nächsten Folge wollen wir noch ein mögliches Ziel von Organizational Resilience betrachten: gibt es das resiliente Unternehmen?

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Ihr Uwe Rühl

 

Bildnachweis: Michail_Petrov-96 von Getty Image Pro auf Canva

 

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