ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – TEIL 5 VON UWE RÜHL

22 Mai

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In den letzten Beiträgen haben wir die Resilienz-Definitionen „Bounce Back“ und „Bounce Forward“ angesehen.

Heute betrachten wir noch eine dritte Denkschule. Gehen wir davon aus, dass sich unser Leben, Ökosysteme, aber auch die Umwelt eines Unternehmens ständig weiterentwickeln. Unterschiedliche äußere und innere Veränderungen haben Einfluss auf diese Entwicklung. Für Lebewesen sind das äußere Einflüsse, wie das Wetter und Klima, Bedrohungen durch Krankheitserreger oder Veränderungen im Nahrungsangebot. Innere Einflüsse können z.B. Alter, Gesundheit und Fitness sein.

Für Unternehmen gilt Ähnliches. Äußere Themen, wie der Markt, gesetzliche Rahmenbedingungen oder neue Technologien haben ebenso Einfluss, wie Innere. Interne Aspekte können das vorhandene Wissen, Entscheidungsstrukturen oder die Unternehmenskultur sein. Alle diese Faktoren verändern sich laufend und, zumindest gefühlt, mit steigender Geschwindigkeit und Amplitude.

Deshalb gehen einige Resilienz-Forscher davon aus, dass es DEN resilienten Zustand nicht gibt. Zu schnell, zu massiv ändern sich Rahmenbedingungen, als dass es einen stabilen Gleichgewichtszustand (genannt Equilibrium) geben könnte. Resilienz-Management ist also das Verfolgen eines möglichst idealen Zustandes.

Durch verschiedene Methoden und Ansätze versuchen Unternehmen, diese möglichst ideale Resilienz zu identifizieren und sich dynamisch diesem immer wieder neu zu definierendem Ideal zu nähern.

Wir glauben, dass jede der drei Resilienz-Definitionen ihre Berechtigung hat.

1. Bounce Back ist wünschenswert im Störungs- und Notfallmanagement – zurück zum Ausgangszustand möglichst ohne Verluste.

2. Bounce Forward zum Beispiel im Business-Continuity und Krisenmanagement – zurück zu alter Stärke, aber mit verbesserten Abwehrmechanismen.

3. Kontinuierliches Verfolgen von Resilienz in einer dynamischen Welt – sicherstellen, dass das Unternehmen langfristig fit und überlebensfähig bleibt

Aus diesem Grund unterstützen wir die Definition aus ISO 22316 aus dem Jahr 2017: Organizational Resilience ist he ability […] to survive and prosper.[1]

Im nächsten Beitrag wollen wir uns dem Management System zu wenden und wie ein solches unterstützt, „survive AND prosper“ aktiv zu leben.

Schreiben Sie mir bitte Ihre Fragen, Anregungen, Gedanken dazu.

 

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Unternehmerische Resilienz – Das Buch

 

Ihr Uwe Rühl

 

[1] ISO 22316:2017, Seite v.

 

Urheber: Michail_Petrov-96 von Getty Image Pro auf Canva

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