ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – TEIL 16

11 Aug

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Jedes Unternehmen weiß, wie wichtig es ist, Resultate zu erzielen, um überlebensfähig zu sein.

Es werden Ziele festgelegt und diese dann gemessen. Häufig ist die wichtigste Kennzahl der Umsatz. In der aktuellen Phase von Corona merken wir aber mehr denn je, dass Umsatz nicht das Zentrale Überlebensthema ist, sondern die Liquidität. Was hilft der beste Umsatz, wenn zu wenig Profitabilität übrigbleiben und am Ende die flüssige „Kohle“ fehlt?

 

Für ein Organizational Resilience Management System (ORMS) ist es wichtig, die richtigen Metriken, Indikatoren und Kennzahlen zu nutzen. Damit sinnvolle Steuerung der Überlebens- und Zukunftsfähigkeit möglich wird, müssen wir uns diese Themen genau anschauen.

Wie meist gilt aber, dass es nicht das eine Set an Metriken gibt, welches für jedes Unternehmen passt. Aber ein paar Beispiele seien hier genannt, jedoch ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Für die Überlebensfähigkeit sollten wir genau messen:

  • Liquidität und Profitabilität (z.B. Cashflow und EBIT)
  • Runway – also, wie lange kann ein Unternehmen von Reserven überleben; dieser Zeitraum bestimmt, welches Zeitfenster ein Unternehmen hat, sich neu aufzustellen und neue Märkte zu erschließen, wenn bisherige Möglichkeiten wegbrechen
  • Kennzahlen aus dem Business-Continuity-Management, wie die Maximal Tolerable Unterbrechungszeit von Prozessen und Aktivitäten, aber auch die nötige Leistungsfähigkeit dieser Prozesse in einer Notfallsituation (Minimum Business Continuity Objective)
  • Lebenszyklus der Produkte und Dienstleistungen – um zu erkennen, ob neue Produkte und Services bereitstehen, um „abgelebte“ zu beerben
  • Kennzahlen, wie der Markt und das Umfeld des Unternehmens sich entwickeln
  • Risiko-Indikatoren die rechtzeitig warnen, wenn Handlungsbedarf entsteht

 

Für die Zukunftsfähigkeit sollten wir ergänzen:

  • Wie viele Prototypen das Unternehmen am Laufen hat, um neue Produkte und Dienstleistungen zu testen und für den Lebenszyklus bereit zu haben
  • Simulationen und Projektionen möglicher Entwicklungen des Unternehmens (auf Märkte oder Produkte bezogen)
  • Preparedness-Indikatoren, die zeigen, wie gut das Unternehmen auf die Zukunft vorbereitet ist

 

Nochmal, diese Liste ist nicht vollständig. Sie soll einen Eindruck geben, welche Themen in einem ORMS Relevanz haben sollten.

Ein Wort noch zu den Preparedness-Indikatoren. Diese funktionieren wie die Tankanzeige oder Reichweiten-Anzeige im Fahrzeug. Durch Tanken oder Stromladen erhöht sich die Reichweite. Im Unternehmen sollten solche Indikatoren vor allem genutzt werden, um die Aufmerksamkeit auf Dinge wie Übungen, Tests und Reviews zu lenken. Jede Maßnahme füllt den Tank wieder etwas auf. Gleichzeitig verbraucht das Unternehmen aber natürlich Tankinhalt. Das heißt, wenn nicht regelmäßig aufgetankt wird, ist die Anzeige irgendwann auf „Leer“.

 

 

Schreiben Sie mir bitte Ihre Fragen, Anregungen und  Gedanken dazu.

 

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Ihr Uwe Rühl

 

 

 

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