ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – TEIL 18

25 Aug

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Auf die leisen Töne kommt es an!

 

Unternehmen sollten in der Lage sein, kleinste Veränderungen Ihres Umfeldes zu spüren, zu analysieren und darauf zielgerichtet zu reagieren. Damit lassen sich Maßnahmen rechtzeitig einleiten, um Bedrohungen abzuwenden oder neue Chancen zu ergreifen.

 

Ein kleines Beispiel dazu:

Neulich sah ich eine Dokumentation über LKW-Fernfahrer aus den 70er Jahren. Eigentlich hatte ich nur vor, etwas seichte Unterhaltung zu genießen. Aber eine Sache blieb bei mir hängen. Der porträtierte Fahrer sagte, dass er immer mit einem Ohr auf den Verkehrsfunk im Radio hört, während er mit dem anderen Ohr aufmerksam auf neue und ungewöhnliche Geräusche seines LKW achtet. Kleinste Veränderungen spürte er auf und analysierte diese während der Fahrt. Würde er anhalten müssen, um nach dem Rechten zu sehen, oder könnte er problemlos weiterfahren? Welche Route sollte er am besten wählen?

 

Es ist eine beachtenswerte Kunst, auf solche leisen Töne zu hören und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Erfahrung und Fingerspitzengefühl sind nötig.

Wir leben in einer lauten Welt. Nachrichten und Feeds, Social Media Posts und eine unüberschaubare Bandbreite an Monitoringsystemen erzeugen ein so großes Rauschen, dass wir die wichtigen, aber leisen Signale gerne überhören.

Welche Informationen aus der Flut sind für uns relevant, um im Risiko- und Chancen-Management unseres ORMS (Organizational Resilience Management System) bewertet zu werden? Damit wir die richtigen Schlüsse ziehen können für die Überlebens- und Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.

In der Forschung zur Organizational Resilience gibt es einige Studien, die auf einen wichtigen Zusammenhang hinweisen: neue schwache Signale brauchen Kompetenz und Wissen, damit diese richtig interpretiert werden können. Im Bild der LKW-Dokumentation – ist dieses Klappern am rechten Hinterrad ein potenzielles Problem oder nicht? Klingt es metallisch, eher dumpf, ist eine Unruhe im Fahrverhalten zu spüren? Dazu braucht es Wissen und Vergleichsmöglichkeiten. Dieses Wissen müssen wir uns immer wieder neu aneignen, um mit den Änderungen Schritt zu halten. Manchmal ist es nötig, für die Interpretation der leisen Töne auch externe Unterstützung zu nutzen.

Ein Beispiel dazu: wenn wir IT-Systeme im Betrieb überwachen, müssen wir in der Lage sein, eine Vielzahl von Meldungen so zu verdichten, dass wirkliche Störungen oder Beinahe-Störungen entdeckt werden. Artificial Intelligence kann uns eine Menge an Informationen aus dem lauten Grundrauschen herausfiltern. In einer Kombination mit Profis mit Fingerspitzengefühl wird daraus eine gute Grundlage, die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern.

Hören wir auf die leisen Töne!

 

Schreiben Sie mir bitte Ihre Fragen, Anregungen und  Gedanken dazu.

 

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Unternehmerische Resilienz – Das Buch

 

Ihr Uwe Rühl

 

 

 

Urheber: Michail_Petrov-96 von Getty Image Pro auf Canva

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