ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – Teil 30

17 Nov

  • in ORMS
  • von
  • 0

Stabilität und Instabilität managen

Managementsysteme, Prozesse und feste Abläufe repräsentieren eine alte, vergangene Welt. Die neue Arbeitswelt ist agil, dynamisch, selbstorganisiert. Stimmt das?

Managementsysteme, allen voran die ISO 9001 für Qualitätsmanagementsysteme, sollen die Erfüllung von Kundenanforderungen und gesetzlichen Aspekten für Produkte und Dienstleistungen sicher stellen. Als Mitte der 80er Jahre die ISO 9001 das Licht erblickte, ging es zunächst tatsächlich stark um stabile Zustände und Prozesse, die beherrscht werden konnten. Steuerung und Kontrolle, Regelung; das waren die klassischen Domänen von Managementsystemen über lange Jahre.

In den vergangenen Jahren wurde die Arbeitswelt zunehmend instabiler. Schnellere Entwicklungen, vor allem im IT-Sektor, neue Produktwelten wie Smartphones und ein verändertes Verbraucherverhalten haben für sehr viel Instabilität gesorgt. Unternehmen nutzen vermehrt agile, selbstorganisierende Strukturen, um auf diese schnellen Veränderungen zu reagieren. Es scheint, die Welt der Prozesse, klassischen Projekte und Managementsysteme neigt sich dem Ende zu.

In dieser Reihe zu Organizational Resilience haben wir schon häufiger die Ambiguität des „und“ herausgestellt. Ein Unternehmen, eine Organisation, kann zeitgleich beide Zustände erleben: Stabilität und Instabilität. Es braucht parallel Steuerung und Kontrolle, sowie Flexibilität. Doch was treibt ein Unternehmen dazu? Vor allem aufgrund der unterschiedlichen Phasen eines Produktlebenszyklus und der relativen Stabilitäten und Instabilitäten je nach Industriesektor und Kundensegment muss ein Unternehmen entweder Stabilität oder Flexibilität erzeugen.

In der Entwicklung neuer Produkte, in Innovationsprozessen und wenn neue Märkte erschlossen werden sollen, sind die Methoden der schnellen Anpassungsfähigkeit, des Trial and Error, überlebenswichtig. Aber dort, wo ein Produkt eine Marktreife erfährt, wo es um Produktqualität, Haftungsrisiken, aber auch Lean Management geht, da haben Prozesse und Abläufe ganz klar die Nase vorne. Es geht um Effektivität und Effizienz.

Ein Organizational Resilience Management System (ORMS) muss für stabile und instabile Zustände eine Basis bieten. Es muss die Spannung aushalten, beide Zustände zeitgleich zu erleben und muss in der Lage sein, die Identität, das Wesen eines Unternehmens, auch in hochdynamischen Zeiten erhalten zu können. Begleitende Aspekte, wie InformationssicherheitDatenschutz, Umweltmanagement und Business Continuity müssen auch um hochdynamische und flexible Bereiche des Unternehmens herum eine kontrollierbare und geschützte Umgebung schaffen. Diese Herausforderung zu meistern, ist die hohe Kunst eines ORMS.

Für #surviveANDprosper.

 

Mich interessiert Ihre Meinung dazu: diskutieren Sie gerne mit!

 

 

Schreiben Sie mir bitte Ihre Fragen, Anregungen und  Gedanken dazu.

 

[email protected]

Unternehmerische Resilienz – Das Buch

 

Ihr Uwe Rühl

 

 

 

Urheber: Michail_Petrov-96 von Getty Image Pro auf Canva

Share on Xing
0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.