ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – Teil 34

15 Dez

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Ein emotionales Ziel

In diesen Tag hören wir viele Botschaften, die in negative Superlative münden. „Die Lage ist ernst.“ – „Die Lage ist sehr ernst.“ – „Die Lage ist bitterernst“. Begriffe wie „Katastrophe“, „Überlastung“ und „drohender Kollaps“ machen in den Medien die Runde. Und wer kann diese Kommunikation verdenken. Die Pandemie spitzt sich gerade zu, die Fallzahlen steigen, Kliniken sind mit Patienten, die teils schwer erkrankt sind, belegt.

Die Art der Kommunikation ist nur zu verständlich und zu menschlich. Wir hören auf das Negative, unser Gehirn reagiert alarmiert. Menschlich ist aber auch, dass nach einer initialen Phase des Schocks über das, was da passiert, die Wirkung der Botschaft nachlässt. Also muss die Kommunikationsschraube angezogen werden, noch drohender und flehender kommuniziert werden. Solange wir aber nicht die persönliche direkte Betroffenheit spüren, lässt unser negativer Erregungszustand irgendwann nach. Das liegt in unserer Natur, in der Struktur unseres Gehirns. Negatives und Bedrohung haben dort ihren besonderen Platz, schließlich geht es ums Überleben. Der Alarmzustand hat aber auch seine Grenzen, wir gewöhnen uns daran.

Die Systemforschung, die wesentlichen Input zu Organizational Resilience liefert, kommt allerdings zu einem anderen Ansatz, wenn es darum geht, Menschen zu motivieren. Wer eine langfristige positive Verhaltensänderung wünscht, wer ein Unternehmen zukunftsfähiger machen will, kann nicht (alleine) mit Drohung und Angst kommunizieren. Es muss ein emotionales und positives Zukunftsbild gezeichnet werden. Ein Zielbild, das alle Beteiligten dazu motiviert, durch tiefe Täler zu gehen, an Grenzen zu gehen, um etwas Neues und Wünschenswertes zu erreichen.

Der bereits verstorbene Forscher Peter Kruse verglich die notwendige Veränderung eines Unternehmens in VUKA Zeiten mit dem Aufbruch Columbus‘ nach Indien. Wir wissen, er hat Indien nie erreicht, dafür aber die „Neue Welt“ entdeckt. Hätte er mit Angst, Furcht und Bedrohung regiert und reagiert und nur auf das Negative gestarrt, wäre er vermutlich nie angekommen oder die Schiffsbesatzung hätte gemeutert. Er wollte den Weg nach Indien finden, das war alle Mühen wert. Damit konnte er die Besatzung immer wieder vereinen.

Wir stehen mit unseren Unternehmen vor großen Herausforderungen. Jedoch geht es um einen Neuanfang nach der Pandemie; einem vielleicht angepassten oder neuen Geschäftsmodell. Unternehmer*Innen sollten dieses emotionale und positive Bild, die Lebensqualität nach der Pandemie, nicht nur sich, sondern allen im Unternehmen vor Augen halten. Damit lässt sich der Schmerz der derzeitigen Einschränkungen nicht nur besser ertragen; sondern wir stehen jeden Tag auf und wissen, wir kämpfen uns ein Stückchen näher an die Zeit danach heran.

Für #surviveANDprosper.

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Unternehmerische Resilienz – Das Buch

 

Ihr Uwe Rühl

 

 

 

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