ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – Teil 39

09 Feb

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Strategy-Execution-Gap – wie bekommen wir unsere Strategie zum Fliegen?

 

Eine der schwersten, vielleicht die schwerste, Aufgabe von Führungskräften ist es, die Strategie eines Unternehmens umgesetzt zu bekommen. Wir haben bereits in einem Beitrag betrachtet, dass Strategien keine Dokumente für die Ewigkeit sind, sondern laufend angepasst werden müssen an sich ändernde Umstände. Immer abgeleitet von der Mission, also dem Existenzzweck des Unternehmens.

Wie nun, bekommen wir die Strategie auf die Straße? Harvard Business Review nennt dies „Strategy Execution Gap“. Im Rahmen der Forschung zu Organizational Resilience wurde klar, wie wichtig es ist, Entscheidungen dort zu treffen, wo die Kompetenz sitzt und nicht die Hierachie. Diese Erkenntnis von Weick und Sutcliffe hat auch Einfluss auf unsere Frage. Entscheidend scheint also zu sein, mit Aufträgen zu steuern und die Detailplanung und Umsetzung den Menschen zu überlassen, die die Kompetenz (Erfahrung, Ausbildung) dafür besitzen.

Vergleichen wir das mit dem Vorgehen zum Beispiel im Katastrophenschutz. Kein Einsatzleiter im Katastrophenschutz wird sich anmaßen, geschweige denn die Zeit haben, einzelnen Einheiten im Detail zu erklären was nun zu tun ist. Einsatzleiter*Innen führen mit „Auftragstaktik“. Dabei ist klar, was das Ziel des Einsatzauftrags ist, welche Einheit genau diesen Auftrag erhält, welche Ressourcen dafür zur Verfügung stehen und welcher Weg genutzt werden soll. Der Weg ist deshalb relevant, weil Gefahren der Einsatzstelle vermieden werden sollen und sich Einheiten nicht gegenseitig im Weg stehen sollen (nennt sich „Ordnung des Raumes“).

Auch in Unternehmen sollte die Strategy-ExEcution-Gap deshalb mit Auftragstaktik angegangen werden. Wer kümmert sich, was ist das Ziel, welche Ressourcen stehen zur Verfügung, bis wann ist der Auftrag zu erledigen und über welchen Weg soll gegangen werden? In wirklichen brenzligen Situationen kann dies sogar noch weiter zusammen gestrichen werden. Die US-Armee nennt dies „Commander Intent“. Wenn keine weitere Instruktion gegeben werden kann, was ist das beabsichtigte Ziel der kommandieren Person? Die Einheit plant dann Ihren weiteren Auftrag selbst.

Eine spannende Idee für ein ORMS, mit Auftragstaktik zu führen. Was soll erreicht werden, im Einklang nicht nur mit der Strategie, sondern mit der Mission des Unternehmens. Die Strategie selbst ist dabei „nur“ die nächste Etappe auf dem Weg. Als Unternehmenslenker*Innen ist es unser Auftrag, für diese Mission zu brennen und die Richtung vorzugeben in die es geht. Und dann mit Auftragstaktik zu führen.

Dazu gehört natürlich auch, vollständige und transparente Rückmeldungen einzufordern, wie es mit dem Auftrag vorangeht und wo Probleme auftauchen. Die Einheit versucht diese weitgehend selbst zu lösen, gibt aber in ihrer Rückmeldung auch klar bekannt, wann Entscheidungen der Führungskräfte notwendig sind. Diese gegenseitige klare Kommunikation ist entscheidend. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Auftrag, aber auch die Rückmeldung durch Ihre „Einheiten“ klar und unmissverständlich sind.

 

Für #surviveANDprosper.

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Ihr Uwe Rühl

 

 

 

Urheber: Michail_Petrov-96 von Getty Image Pro auf Canva

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