ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – Teil 46

31 Mrz

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Resilienz vs. Resistenz oder – wenn Überlebensfähigkeit die Anpassungsfähigkeit behindert

 

Wie alle Aspekte des Lebens und Handelns, muss auch das Konzept der (organizsational) Resilience immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Es geht darum, ungünstige Entwicklungen zu erkennen und im Idealfall frühzeitig zu verhindern. Kritisches Fragen hilft, nicht blind auf einzelne Methoden zu vertrauen.

Das Konzept der Organizational Resilience braucht regelmäßig eine kritische Beleuchtung und Debatte darüber, wie wir Resilienz leben wollen. Kritiker führen zum Beispiel an, dass ein Übermaß davon zu Resistenz führt. Resistenz als Gegenwehr oder Unwillen und Unfähigkeit der Anpassung. Das Unternehmen geht also in einen Abwehrmodus und setzt diesen auch gegen notwendigen und gewünschten Veränderungsdruck ein. Diese Kritik wird in unterschiedlichen wissenschaftlichen Artikeln ausgeführt, vor allem im Rahmen gesellschaftlicher Resilienz.

Diese Kritik hat ihre Berechtigung. Wir erleben an unterschiedlichen Stellen, dass Widerstandsfähigkeit und Überlebensfähigkeit dazu führen kann, dass der nötige Willen und die Möglichkeit zur Anpassung bei Menschen, Institutionen und Unternehmen fehlt oder nicht genutzt wird.

Ich definiere Resilienz im Einklang mit der ISO 22316 als Fähigkeit zu überleben und zu gedeihen (survive and prosper): hier spielen zwei Aspekte eine Rolle, die in eine Balance gebracht werden müssen. Laufend muss ein Unternehmen prüfen, ob es derzeit eher im Survival-Modus ist und Widerstandsfähigkeit zeigen soll, oder ob es mehr um Flexibilität und Anpassungsfähigkeit geht.

Ein Organizational Resilience Management System soll genau die Werkzeuge und Mechanismen bereitstellen, um die richtige Mischung von Überlebens- und Zukunftsfähigkeit bereitzustellen. Braucht es gerade mehr Stabilität oder mehr Flexibilität? Braucht es mehr zugelassenes Chaos, um sich neu zu finden oder Ordnung und Struktur, um Störungen zu überstehen?

Deshalb ist Organizational Resilience auch mehr als reines Risiko- und Business Continuity Management. Es geht um das Fingerspitzengefühl für die richtige Reaktion, auf das Regeln der feinen Nuancen zwischen Survive und Prosper; wie ein DJ am Mischpult sanft die Lieder überblendet. Eine Organisation, die auf reine „Abwehr“ schaltet, ohne Anpassungsfähigkeit könnte die eigenen Überlebenschancen sogar verschlechtern. Und wer „kopflos“ dynamisch ins Chaos stürzt, hat auch nicht die besten Karten.

Wir sollten deshalb lernen, mit den feinfühligen Reglern der Organizational Resilience behutsam umzugehen. Für Ihr #surviveANDprosper!

Mich interessiert Ihre Meinung dazu: diskutieren Sie gerne mit!

 

Schreiben Sie mir bitte Ihre Fragen, Anregungen und  Gedanken dazu.

 

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Ihr Uwe Rühl

 

 

 

Urheber: Michail_Petrov-96 von Getty Image Pro auf Canva

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