ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – Teil 59

18 Jul

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Strategien, um die Stabilität des Unternehmens sicher zu stellen

 

Organizational Resilience wird häufig zwischen zwei Polen beschrieben – Stabilität und Flexibilität. Auf der einen Seite geht es darum, als Unternehmen in Veränderungssituationen stabil zu bleiben; dem Veränderungsdruck, der Störung nicht nachzugeben. Dieses Vorgehen ist vor allem dann wichtig, wenn die Störung vorübergehend ist und das Unternehmen eine gute Chance hat, nach Beseitigung der Störung wieder in seinen alten Ausgangszustand zurückzukehren. Dies gilt z.B. nach einem Unwetter oder Brand, wenn Schäden beseitigt und Produktionskapazitäten wieder in Betrieb genommen werden können.

Auf der anderen Seite steht die Flexibilität, oder auch Anpassungsfähigkeit. Wenn sich z.B. das Verhalten der Konsumenten ändert, hilft es wenig, auf bisherigen Annahmen zu bestehen und stur den bisherigen Weg zu verfolgen. Die Welt um das Unternehmen herum ändert sich, es muss, will es langfristig Bestand haben, durch den Änderungsprozess.

Im Business Continuity Management (BCM) werden vor allem die Aspekte der Stabilität betrachtet. ISO 22301[1], die Anforderungsnorm für Business Continuity Management Systeme, spricht davon

  • die Aktivitäten des Unternehmens zu schützen,
  • die Wahrscheinlichkeit und Länge einer Unterbrechung zu verkürzen,
  • die Auswirkung einer Unterbrechung auf die Produkte und Dienstleistungen zu beschränken und
  • die Verfügbarkeit von Ressourcen sicher zu stellen.

Dies alles mit dem Ziel, die betroffenen Aktivitäten weiter- oder wieder anlaufen zu lassen; innerhalb einer definierten Zeitspanne und mit dem nötigen Output.

Das bedeutet, dass Stabilität einerseits von Vorbeugung einer möglichen Unterbrechung lebt, in dem z.B. Redundanzen aufgebaut und Entscheidungen getroffen werden, um den Eintritt einer Unterbrechung weniger wahrscheinlich werden zu lassen. Andererseits soll eine gezielte Reaktion auf eine Störung dazu führen, dass eine Unterbrechung möglichst mit verminderter Wucht auf das Unternehmen trifft oder es mit einer Unterbrechung zielgerichtet umgehen kann.

Um dies sicher zu stellen, gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, Optionen und Werkzeugen, die genutzt werden können, um diese Stabilität zu erzeugen. Die Kunst liegt darin, rechtzeitig und mit ausreichend Optionen in der Hand die Entscheidung treffen zu können, wann Flexibilität die bessere Option ist. Dafür sind Zeit, also das frühzeitige erkennen „da braut sich was zusammen“, und Handlungsoptionen die vielleicht entscheidenden Faktoren für #surviveANDprosper.

[1] Vgl. International Organizational for Standardization, Security and resilience — Business continuity management systems — Requirements, 2. Auflage 2019, Kapitel 8.3.2

 

Schreiben Sie mir gern Ihre Fragen, Anregungen und  Gedanken dazu.

 

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Ihr Uwe Rühl

 

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