ORGANIZATIONAL RESILIENCE MANAGEMENT SYSTEM – Teil 61

20 Jul

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Warnung und Alarmierung

 

Wir sind erschüttert über die Bilder, die uns aus den von Starkregenereignissen betroffenen Gebieten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Belgien, den Niederlanden und zuletzt auch aus der Region rund um den Königsee und Österreich erreichen. Selbst einen Katastrophenmanager wie mich lassen die unvorstellbaren Wassermassen, die sich durch enge Täler bahnen und alles mit sich reißen, was im Weg steht, fassungslos zurück. Mein Team und ich fühlen mit den Menschen, die alles verloren haben und trauern um die unzähligen Toten.

Bei mir läuft in Krisensituationen automatisch eine Art Protokoll im Kopf ab. Doch natürlich werfen Katastrophen wie diese für jeden einzelnen, aber auch gesamtgesellschaftlich viele Fragen auf: Wäre eine bessere Vorbereitung möglich gewesen? Hätten wir exakter warnen können? Hätten wir uns besser gegen Hochwasser schützen müssen? Und nicht zuletzt, auch wenn es dieses Mal fast ausschließlich Privathäuser getroffen hat: Was bedeutet die Situation für Ihr Unternehmen?

Wir haben in dieser ORMS-Reihe bereits behandelt, wie eng Business-Continuity-Management und Organizational Resilience miteinander verknüpft sind. In der Praxis müssen wir unsere Unternehmen und Organisationen aber auch als Teil unserer Region sehen. So stehen wir nicht nur in der Pflicht diese zu stärken und stets gut vorzubereiten, sondern übernehmen auch einen Teil der Verantwortung für die Region und die Gesellschaft, zu der wir gehören.

Immer wieder beklagen Betroffene, dass sie nicht rechtzeitig und ausreichend gewarnt wurden. Das ist ein Problem. Denn Warnung und Alarmierung zählen zu den wichtigsten Aspekten der Resilienz. Nur wer rechtzeitig über gute und verlässliche Informationen verfügt, kann die richtigen Entscheidungen treffen und situationsgemäß handeln. Die ISO 22301 greift dieses Thema auf, das Sie meiner Meinung nach in jedem ORMS klar verankern müssen. Es ist essenziell, dass im Notfall Klarheit darüber herrscht:

  • Woher bekommen wir aktuelle und richtige Informationen über die momentane Bedrohung?
  • Wieviel Vorlaufzeit haben wir, um Maßnahmen zu ergreifen?
  • Und schon im Vorfeld muss deutlich sein, welche Szenarien auftreten können und wie wir uns darauf vorbereiten können?

Bei Hochwasserereignissen und Starkregen handelt es sich beispielsweise um völlig unterschiedliche Szenarien, die einer jeweils ganz eigenen Vorbereitung bedürfen. Während Hochwasser möglicherweise eine tagelange Planung erlaubt, sich beobachten und verfolgen lässt, entwickelt sich, wie wir leider gerade erleben mussten, Starkregen und die Konsequenzen daraus sehr plötzlich und lokal. Auch mit viel Fachkenntnis und trotz moderner Technik lassen sich solche Unwetter nur schwer exakt vorhersehen.

In den USA, deren Bewohner ja jedes Jahr zur Hurricane Season mit solchen Phänomenen zu kämpfen haben, ist die Forschung schon einen Schritt weiter. Dort gibt es sogar so genannte Hurricane Labs, in denen Wirbelstürme und damit verbundene Wetterphänomene simuliert werden, um sie näher zu erforschen und sich stets besser vorzubereiten. Aber auch den amerikanischen Wissenschaftlern ist klar, dass wir alle diese Naturkatastrophen nicht verhindern können. Es hilft aber auch niemandem wegzusehen oder sich einzureden „uns wird es schon nicht treffen“.

Faktoren, die z.B. in einem Hurricane-Lab erforscht werden, spiegeln sich vielfach auch im  Organizational Resilience Management System für Unternehmen. Sie helfen dabei, mit den Einflussfaktoren umzugehen, die unsere Organisationen bedrohen. Zum einen schaffen sie eine optimale Vorbereitung für den Notfall, auch wenn er plötzlich eintritt. Zum anderen unterstützen sie dabei auch langfristige Veränderungen, wie zum Beispiel eine sicherheitsbedingte Standortverlagerung, anzustoßen. Außerdem sorgen OMRS für den Schutz von Mitarbeitenden, Nachbarn und Kunden und helfen dabei, Anpassungen und Veränderungen zuzulassen, damit für unsere Unternehmen, Organisationen und alle Menschen in den Regionen weiterhin gilt: #surviveANDprosper

 

Schreiben Sie mir gern Ihre Fragen, Anregungen und  Gedanken dazu.

 

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Ihr Uwe Rühl

 

Urheber: Michail_Petrov-96 von Getty Image Pro auf Canva

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