Pandemieplan – Hygienekonzept

09 Jun

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Der Pandemieplan

Klären wir zuerst, was es mit dem Pandemieplan auf sich hat. Der für Deutschland nationale Pandemieplan wurde im Jahr 2005 nach einem Aufruf der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgestellt und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Dieser Plan regelt vor allem, wie Bund und Länder im Fall einer Influenza-Pandemie zusammenarbeiten.

Unser Geschäftsführer, Uwe Rühl, kann gerade zu dieser Thematik auf sein langjähriges Paxiswissen als ehemaliger Leiter der Leitstelle Amberg beim Bayerischen Roten Kreuz und seinen Spezialausbildungen (Advanced Hazmat Life Support der Universität Arizona,  Ausbildung im Umgang mit biologischen, chemischen und radioaktiv-nukleren Gefahrenlagen) zurückgreifen und weiß, wie viel hier beachtet werden muss. Er war z.B. bei der Fußball WM 2006 in Nürnberg und München in die Vorbereitungen involviert.

Nun, das Coronavirus erregt Aufmerksamkeit, weil es neu ist und wir durch die Berichterstattung erkennen, wie schnell Infektionen durch unsere globale Vernetzung reisen können. Aktuellen Kenntnissen nach hat das Virus nicht die Sterblichkeit wie Ebola und bei weitem nicht die hohe Durchdringung einer Virusgrippe bezogen auf die gesamte Bevölkerung in Deutschland. So hat die Influenzawelle 2017/2018 laut Ärzteblatt alleine in Deutschland zu über 25.000 Todesfällen geführt oder zumindest beigetragen.[1] Auch wenn ein Vergleich von Sars-CoV-2 mit Influenze immer wieder angestellt wird, wollen wir dies hier nicht tun. Aber von den gemeldeten Zahlen aus betrachtetsind wir jetzt (noch) weit entfernt. In jedem Fall sind wir wieder sensibel geworden für den vermutlich größten Feind des Menschen: Viren!

Auf das Business übertragen, sollten wir stets gewappnet sein und überlegen, was passiert in unserer Firma, unserem Unternehmen, wenn plötzlich eine große Anzahl Mitarbeiter*innen ausfällt. Fragestellungen wie – „Welche Lieferanten habe ich? Woher beziehen diese (Lieferantenkette) wiederum ihre Ware? Habe ich Mitarbeiter*innen, die vielleicht weltweit tätig sind? Wie plane ich Reisen eventuell um? Habe ich für all das einen Notfallplan? Wie kann ich mein Business unter diesen Bedingungen aufrechterhalten?“ „Welche Mitarbeiter*innen schicke ich besser nach Hause -um Krankheitswellen besser abzufedern?“– werden plötzlich relevant.

Business Continuity Management ist gerade eine gefragte Disziplin!

Um darauf vorbereitet zu sein, braucht es eben genau diese Pandemieplanung für Ihr Unternehmen.

Identifizieren Sie bereits im Vorfeld mögliche Bereiche Ihres Unternehmens, die es in einem solchen Fall betreffen könnte und machen Sie sich der Risiken bewusst, die daraus entstehen könnten. Also nutzen Sie die Chance, vorbereitet zu sein. Risiken und Chancen laufend im Blick zu haben und die abgeleiteten Maßnahmen aktiv zu steuern, das ist Tagesjob einer Führungskraft in jedem Unternehmen. Bauen Sie bei Ihren Mitarbeitern*innen und/oder Kollegen*innen auch für dieses Thema Awareness (Bewusstsein für etwas stärken) auf. Ziel des Ganzen ist es, jederzeit einen stabilen Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und die Erwartungen, Ihrer internen wie externen Kunden zu erfüllen. Dafür braucht es klar beschriebene Prozesse, Zuständigkeiten und Funktionsbeschreibungen.

Um auf den aktuellen Fall zurück zu kommen – legen Sie für diese und ähnlich gelagerte Situationen bereits im Vorfeld konkrete Ansprechpartner/Entscheider/einen Krisenstab fest. Fragen, die während der Dauer einer Pandemie aufkommen, müssen schnell beantwortet und Entscheidungen effektiv getroffen werden. Definieren Sie Ihre Geschäftsabläufe, wenn es zu Personalausfall kommt und planen Sie die Vertreterregelung. Denken Sie daran, dass Sie, wenn vorhanden, Betriebsärzte, die IT und Mitarbeiter*innen für die Arbeitssicherheit mit einbeziehen. Legen Sie fest, wie die interne und externe Kommunikation erfolgt und über die gesamte Dauer gewährleistet werden kann. Eine gute Information und Kommunikation trägt wesentlich dazu bei, eventuelle Paniksituationen zu vermeiden bzw. erst gar nicht aufkommen zu lassen. Schaffen Sie gute Möglichkeiten, um ein hygienisches Verhalten am Arbeitsplatz zu fördern. Je nach Umfang, mit dem Ihr Unternehmen betroffen sein könnte, ist es wichtig Maßnahmen zu definieren, wie eine Rückkehr zum Normalbetrieb erfolgen kann.

Was können wir daraus ableiten?

All die hier angesprochenen Themen, sind nur ein Auszug aus dem, was gutes Management ausmacht und warum ein auf Ihr Unternehmen angepasster Pandemieplan Sinn macht. Es wird deutlich, wie wichtig gutes Business Continuity Management (ISO 22301) ist. Und natürlich spielen die Themen Informationssicherheit und Datenschutz mit hinein. Schließlich möchten Sie mit Ihrem Unternehmen widerstands-, überlebens- und letztlich innovationfähig sein und bleiben.

Nutzen Sie Managementsysteme und Normen, als Arbeitshilfen. Sie tragen zu Prozessverbesserungen und Optimierungen bei, sparen sich Zeit, doppelte Arbeit und Kosten, steigern die Planungssicherheit und sorgen für eine vollständige Dokumentation im Unternehmen.

Wir wissen, dass systematisches Managen und Fokus halten die Überlebens- und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen dramatisch verbessert!

 

Das Hygienekonzept / Infektionsschutz

Das Hygienekonzept unterscheidet sich vom Pandemieplan. Der Pandemieplan deckt die initiale Phase ab. Hygienekonzepte werden jetzt, in der stabilisieren Phase der Pandemie, nötig sein. Damit soll der Geschäftsbetrieb wieder anlaufen und aufrechterhalten werden. Bei gleichzeitigem Gesundheitsschutz für alle Beteiligten. Ein Hygieneplan ist im Business Continuity Management also eher in die Recovery-Phase einzuordnen.

Wir haben mit der RUCON Group unseren Sitz in Nürnberg. Aus diesem Grund haben wir hier für Sie einen Auszug der wichtigsten Informationen der IHK Nürnberg

zusammengestellt:

 

Maßnahmen zu Hygiene und Infektionsschutz: Branchenspezifische Empfehlungen – Dienstleistungen

  • Mitarbeiter (weitestgehend) in Homeoffice
  • Hand-Desinfektionsspender, Handwaschstationen
  • Zugang zum Firmengebäude für Externe sperren bzw. beschränken
  • Zugangskontrolle zur Begrenzung Personenkontakte
  • Mitarbeiter, die bei Gewerbekunden vor Ort sind tragen Mundschutz
  • Wo notwendig: Mundschutz, Schutzhandschuhe sowie Schutzkleidung für Mitarbeiter
  • Wechselnder Schichtbetrieb mit abgegrenzten Teams
  • (Verstärkte) Desinfektion Oberflächen, Tastaturen etc.
  • Digitale Kommunikationsmittel (Telefon, E-Mail, Videokonferenzen etc.), digitale Prozesse voranbringen
  • Corona-Taskforce im Unternehmen einrichten

 

Maßnahmen zu Hygiene und Infektionsschutz: Allgemeine Vorschläge für Unternehmen – In Bezug auf den Kontakt Kunde – Mitarbeiter

  • Mindestabstand von 1,5 m gewährleisten, z. B. durch Bodenmarkierungen, v.a. vor Kassen sowie vor Empfangs- und Info-Schaltern, in Wartebereichen usw.
  • Trennscheiben (bzw. Spuckschutz) an allen Stationen mit Kontakt Mitarbeiter – Kunde installieren, insbes. an Kassen, Empfangs- und Infoschaltern etc.
  • Kontrollen einführen zur Sicherstellung der maximalen Kundenzahl und zur Gewährleistung der Einhaltung der Abstandsregeln
  • Wo möglich, Trennung und Abmarkierung der Bewegungsbereiche der Mitarbeiter und der Kunden
  • Bevorzugt berührungslose Zahlungsmethoden anbieten
  • Verstärkt Informationen an Kunden geben, z. B.
    • „Bargeldloses Bezahlen bedeutet Sicherheit für alle.“
    • „Abstand halten zu anderen und zu den Handelsangestellten schützt alle.“
    • „Planen Sie Ihren Einkauf für mehrere Tage, um Kontakte zu anderen Menschen zu reduzieren.“
  • Hausrecht ausüben bei Personen, die die Regeln nicht einhalten

 

Sie finden auf den Seiten der IHK Nürnberg (schauen Sie bitte gerne auf den Seiten der IHK der für Sie zuständigen Region nach) noch eine ganz Menge weiterer nützlicher Informationen wie:

  • Liste mit primär bayerischen Herstellern von Mund-Nasen-Bedeckungen
  • Dokumente, wie Unterweisungen über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in verschieden Sprachen
  • Vorlagen für Aushänge, Plakate und Hinweisschilder

 

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

 

 

 

Urheber: BackgroundStore auf Canva

 

https://www.ihk-nuernberg.de/de/corona-virus/infektionsschutz-bei-der-oeffnung-von-unternehmen/https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-deutschland-erster-fall-101.htmlhttps://de.wikipedia.org/wiki/Nationaler_Pandemieplanhttps://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Downloads/GesBevS/Handbuch-Betriebl_Pandemieplanung_2_Auflage.htmlhttps://www.beuth.de/kampagne/nm-de/bausteinehttps://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren

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