Smart Home – Überwachung für Ihr Zuhause?

05 Jun

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Das Smart Home soll uns das Leben leichter machen. Das heißt Vorgänge und Abläufe, die bisher manuell abliefen, werden in einem intelligenten Zuhause digitalisiert und automatisiert. Hierzu werden alle Geräte, auch die gesamte Haustechnik, miteinander verbunden und können über ein Smartphone oder Tablet überwacht und gesteuert werden. Jedes Gerät hinterlässt jedoch digitale Spuren und wichtige Informationen über den Nutzer. Auf genau diese Daten hat es der Gesetzgeber abgesehen, denn diese sollen bald als Beweismittel vor Gericht zugelassen werden. 

Das intelligente Haus übernimmt viele alltäglichen Aufgaben und passt sich dem Tagesrhythmus des Nutzers an: Der Backofen kann von der Arbeit aus vorgeheizt werden, der Kaffee steht direkt nach dem Aufstehen bereit und der Kühlschrank schreibt die Einkaufsliste. Zusätzlich zur komfortablen Alltagsgestaltung hilft das System Strom und somit auch Kosten zu sparen. 

Damit diese Geräte jedoch optimal zusammenarbeiten und sich steuern lassen, sind sie untereinander vernetzt und mit dem Internet verbunden. Folglich werden viele Daten, wie zum Beispiel Verbrauchsdaten, der Zustand eines Gerätes oder auch Sprachaufnahmen, gesammelt und gespeichert. Diese digitalen Spuren sollen zukünftig als Beweismittel bei Gerichtsverhandlungen eingesetzt werden dürfen, da diese bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen sowie terroristischen Bedrohung unterstützen könnten. Für die Nutzung müsste allerdings eine richterliche Anordnung erteilt werden. Am kommenden Mittwoch soll über den Gesetzentwurf final auf der Innenministerkonferenz (IMK) entschieden werden.  

Die Innenstaatssekretäre der Union und SPD haben sich bereits darauf geeinigt diesbezüglich zuzustimmen. Widerstand ist jedoch vor allem von der Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern zu erwarten. Datenschutz in Zusammenhang mit digitalen Assistenten wird immer wieder diskutiert und stand vor allem wegen der Nutzung der gesammelten Daten und den unzulässigen Zugriffen in der Kritik. Dass nun Strafverfolgungsbehörden auf diese Daten zugreifen wollen, könnte somit für noch mehr Kritik sorgen. Nicht nur das Smart Home ist betroffen, der Bund will zudem Zugriff auf verschlüsselte Messenger und Daten, die in privaten Fahrzeugen anfallen, haben. 

Noch ist es nicht final beschlossen, dennoch würde der Zugriff auf private Daten einen erheblichen Eingriff in den Datenschutz und sogar einen Verstoß aus Sicht vieler Datenschützer darstellen. Wie die Umsetzung in der Praxis aussehen soll, damit diese mit dem Datenschutzrecht einhergeht, ist noch offen. Letzten Endes bleibt die Nutzung von digital vernetzten Produkten, auch ohne neue Gesetze, eine Bedrohung für die Privatsphäre und sollte somit immer kritisch hinterfragt werden. 

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