Was können Unternehmen aus der Brexit-Krise lernen?

13 Mrz

  • in Unkategorisiert
  • von
  • 0

Unabhängig von der Branche, der Größe oder der Erfahrung eines Unternehmens: Jeder steht mal vor Herausforderungen. Sieht man sich aber die aktuelle Lage des Brexits an, so wird ersichtlich, wie bedeutend Resilienz in einer Krise ist.

Bei einem Referendum am 23. Juni 2016 stimmte der Großteil der Wähler für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Nach mehrfachen Debatten und langwierigem Hin und Her kündigte Premierministerien Theresa May dem Europäischen Rat den rechtskräftigen Austritt am 29. März 2019 an. Der Austritt soll aber aufgrund neuer Abstimmungen im Parlament nun wieder nicht realisiert werden. Am 12.03.2019 scheiterte Theresa May dabei, den mit der EU ausgehandelten Vertrag durch das Parlament zu bringen. Somit heißt es für die Bürger des Vereinigten Königreichs wieder abwarten.

Wenn man den Verlauf des Brexits betrachtet, kann eins festgehalten werden: Nichts ist sicher. Man weiß nicht, wann und wie der Brexit abgeschlossen sein wird oder ob es überhaupt dazu kommen wird. Die Folgen für das Vereinigte Königreich sind jedoch bereits jetzt weitreichend. So wurde seit der Wahl nicht nur das britische Pfund, sondern auch die britische Ware immer weniger wert. Zudem wurden Kreditinstitute des Vereinigten Königreichs herabgestuft, der Leitzins wurde gesenkt und die Auslandsinvestitionen gingen zurück. Die Folgen sind somit verheerend für die Wirtschaft, den Staatshaushalt und auch für die Unternehmen. Die Zukunft ist ungewiss und deshalb stehen viele Unternehmen auf der Kippe. Die Mitarbeiter wissen nicht, wie sicher ihre Stellen sind und ob die Unternehmen überhaupt noch Arbeitsvisa für Mitarbeiter außerhalb des UK beantragen können.

Die Veränderungen, die das Vereinigte Königreich momentan durchmacht, erfordern eine starke Resilienz und standhaftes Krisenmanagement. Die britische Regierung scheint die Begriffe der Resilienz und des Krisenmanagements jedoch nicht ganz verinnerlicht zu haben. Um Resilienz aufzubauen, muss man die Strategien, das Denken und die Abläufe proaktiv im Unternehmen implementieren und widerstandsfähig gestalten, bevor eine Krise überhaupt entsteht. Ziel ist es, Indizien für eine Krise so früh wie möglich zu erkennen, Maßnahmen zu planen, diese zu steuern und den Verlauf zu kontrollieren. Sogar wenn eine Krise bereits besteht, kann mit starker organisationaler Resilienz entgegengewirkt und die Reputation des Unternehmens geschützt werden.

Wäre die britische Regierung ein Unternehmen, würde es sich momentan dem Untergang nähern. Keiner gesteht sich ein, Fehler gemacht zu haben – stattdessen wird mit Schuldzuweisungen um sich geworfen. So wird eine Lösung wohl nicht erreicht. Zudem wird der Brexit-Vertrag ständig erneuert und angepasst, da Feinheiten bis ins Detail immer wieder überarbeitet werden. Zusätzlich ist es von Bedeutung, auch während einer Krise sein Image im Blick zu behalten. Das Erscheinungsbild der britischen Regierung und vor allem von Theresa May wurde über die letzten Jahre immer unglaubwürdiger; wäre das Vereinigte Königreich Großbritannien ein Unternehmen, hätte es mit erheblichen Imageproblemen und einem daraus resultierenden Kundenverlust zu kämpfen. Unternehmen können hieraus lernen: Resilienz ist enorm wichtig.

Urheberrecht: (C) Robert Kneschke auf Fotolia.com

Share on Xing
0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.